Jena wird fairer

Peter Jakobi, Chef der Edeka-Filiale in der Kunitzer Straße in Jena-Ost, bietet schon länger fair gehandelte Produkte an. Neu dazu gekommen sind Rosen. Einen in Äthiopien nach den Fairtrade-Kriterien produzierten Strauß überreicht Peter Jakobi an Sabine Hirschleber, die in der Stadtverwaltung das Vorhaben "Faires Jena" betreut. Der Mehrpreis von 1 bis 1,50 Euro im Vergleich zu den "normalen" Rosensträußen in Supermärkten kommt direkt den Erzeugern in Afrika zugute. Foto: Hausdörfer
JENA. Die Stadt Jena bewirbt sich um den Titel „Fairtrade Stadt“. Doch was steht für „Fairtrade“ – den fairen Handel? Es gehört heute in den Entwicklungsländern immer noch zur Normalität, dass Arbeiter, darunter auch Kinder, für einen Hungerlohn schuften, zum Beispiel auf Kaffeeplantagen in Mittelamerika oder in der Textilproduktion in Asien. Oder ihre Gesundheit ruinieren in pestizidverseuchten Blumenzuchtanlagen in Afrika. Gründe dafür sind oft der akute Preisdruck auf dem Weltmarkt und „unfaire“ Bedingungen bei der Vermarktung der Produkte.

Fairtrade ist eine weltweite Strategie zur Armutsbekämpfung. Durch gerechtere Handelsbeziehungen soll die Situation der benachteiligten Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika verbessert werden. Bauern Fairtrade-zertifizierter Kooperativen und Plantagen erhalten ein stabiles Einkommen, im Minimum den Mindestlohn, und profitieren von sozialen Leistungen wie Schutzkleidung oder bezahlten Urlaub. Eine für das Fairtrade-Siegel festgelegte Prämie fließt direkt bei jedem Einkauf auf ein separates Konto für Gemeinschaftsprojekte, über die Verwendung der Gelder entscheiden die Erzeuger demokratisch und selbständig. Typische Beispiele sind der Bau von Schulen, Trinkwasserbrunnen oder subventionierte Arztbesuche. Rund 1.2 Millionen Menschen sind derzeit weltweit in das Fairtrade-System integriert.

Um den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu erhalten, müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Dazu gehört beispielsweise, dass unsere Stadträte in ihren Sitzungen nur noch fair gehandelten Kaffee schlürfen und dass in 21 Geschäften und 11 gastronomischen Einrichtungen - diese Quoten ergeben sich aus der Einwohnerzahl Jenas – Produkte aus fairem Handel angeboten werden müssen.
„Dieses Ziel ist schon fast erreicht, wir hoffen, dass es in diesem Jahr ganz geschafft wird“, sagt Sabine Hirschleber, die Projektkoordinatorin aus dem Dezernat Stadtentwicklung.

Am 6. März um 18 Uhr findet in der Rathausdiele die Auftaktveranstaltung für die Kampagne „Faires Jena“ statt, zu der alle interessierten Bürger herzlich eingeladen sind. Ziel der Kampagne ist es, so Sabine Hirschleber, dass sich global verantwortliches Denken in Jena zunehmend verankert und auch sichtbar wird.
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Bernd Hausdörfer aus Jena | 04.03.2012 | 18:04  
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