Kornkreise: Kunst oder Botschaften aus einer anderen Welt?

Mein Bewusstsein ist aufgewühlt. In den kommenden Tagen muss ich einen Vortrag halten, den Plan für eine Projektarbeit vorstellen. Ein Tourismus-Spiel soll für eine Online-Plattform konzipiert werden, spannend, doch ich kann mich nicht überwinden anzufangen. Stattdessen frage ich mich urplötzlich, was machen eigentlich die Kornkreise?
Die ursprüngliche Überschrift lautete: Wie ich letzte Woche zum Esoteriker wurde. Ich muss nachschieben – fast. Denn so richtig überzeugt bin ich noch nicht, dass hier andere Kräfte als der Mensch am Werke waren.

Kornkreise - ein altes Thema
Vor 10 Jahren hatte ich mir ein Buch von Eltjo Haselhoff gekauft. Der promovierte Physiker berichtet darin über das Kornkreisphänomen. Vor allem in Südengland aber auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz tauchten seit mehreren Jahren streng geometrische Muster in Getreidefeldern auf. Der Begriff Kornkreis ist eigentlich irreführend, denn nur in seltenen Fällen ist es ein einfacher Kreis im Korn.

Ich kann mich noch an Presseberichte erinnern, aber auch das ist mindestens 10 Jahre her. Seit einige Leute verlauten ließen, sie wären für diese Kornkreise verantwortlich, wurde wenig in den etablierten Medien geschrieben oder gezeigt, oder zumindest ist es nicht bis zu mir durchgedrungen. Das Buch beschäftigte sich schon damals mit der Frage, was sind nachgemachte Kornkreise und welche sind echt – gewissermaßen nicht vom Menschen erschaffen. Obwohl die dort vorgestellten Untersuchungen ernsthaft klangen, verfestigte sich in mir der Gedanke, das sei ein amüsanter Streich und der werde sich in den nächsten Jahren endgültig aufklären. Ich vergaß die Kornkreise.

Die Zeichen sind schöner und komplexer geworden
Als ich mir nun die Kornkreisbilder der vergangenen Jahre anschaute, war ich erstaunt: Sie haben an Komplexität weiter zugenommen. http://www.kornkreiswelt.at/bilder/kornkreise-2011 (Unbedingt ansehen!) Die schiere Menge der Kreisformationen, 100 bis 300 Stück pro Jahr http://de.wikipedia.org/wiki/Kornkreis - die mittlerweile in vielen Teilen der Welt auftauchen, in Reisfeldern und sogar im Schnee, im Wasser und unter Wasser in Algenformationen macht es kaum vorstellbar, wie das alles das Werk von einigen Künstlern sein soll.

Kornkreise als Kunst und Marketing
Nun gibt es definitiv menschengemachte Kornkreise. Es gab vielfach gelungene Versuche, die Kornkreise mit simplen Mitteln (Bretter zum Getreideniederdrücken, Pflöcke, Seile, Maßbänder zum Abmessen und Abzirkeln) herzustellen. http://www.kornkreise.info/schindler/texte/text12....
Der britische Künstler John Lundberg gilt als der Begründer der Circlemakers, einer Gruppe, die in den 90ern damit begann, spektakuläre Kornkreise in die Felder zu setzen. Für sie sind die Kornkreise mittlerweile ein lukratives Geschäft geworden, werden sie doch von Firmen und Künstlern beauftragt, Werbebotschaften ins Korn zu walzen.
Ihre Arbeit dokumentieren sie auf http://www.circlemakers.org/korn_circle.html
2006 erschien das Buch Field Guide, in dem die Mitglieder der Circlemakers über ihre Arbeit berichten. Ein Rezensient beklagt allerdings auf Amazon, dass man über die Technik nicht allzu viel erfahre. Vielleicht weil es ihr Geschäftsgeheimnis ist? http://www.amazon.co.uk/Field-Guide-History-Philos...

Das Kornkreisphänomen an sich ist schon mehrere Jahrhunderte alt. Es ist jedoch denkbar, dass durch die Initiative der Circlemakers daraus eine Kunstbewegung entstanden ist, die mittlerweile weltweit diese immer anspruchsvoller werdenden Zeichen anfertigt.

Gibt es zwei Sorten Kornkreise?
Die Kornkreisforscher und darunter sind viele ausgebildete Wissenschaftler sind jedoch davon überzeugt, dass es Unterschiede zwischen Kornkreisen gibt, die von Menschen hergestellt werden und welchen, bei denen man eine übernatürliche, auch außerirdische Herkunft vermutet. Beispielsweise sei die Art, wie das Getreide niedergelegt ist, unterschiedlich – die Bretter, die die Kornkreismacher benutzen, drücken es platt – es gibt aber Kornkreise, wo die Halme nur sanft gebogen seien und was noch erstaunlicher ist, durchgängig die Halme für ein Flechtwerk genutzt wurden – wie das mit Brettern zu bewerkstelligen wäre, konnte noch keiner erklären.
Auch hat man Anomalien im Keimungsprozess von Pflanzen beobachtet, die in ehemaligen Kornkreisen wachsen. (z.B. Eltjo Haselhoff: „Faszinierende Kornkreise“).

Warum outen sich die Künstler nicht
Man könnte vielleicht schnell die tatsächliche Lage klären, wenn alle Kornkreismacher sich outen würden und darüber hinaus erklären, welche Werke von ihnen stammen. Das praktizieren aber nicht einmal jene, die sich geoutet haben. Der Hype wäre vermutlich vorbei. Kornkreismacher Matthew Williams nennt während einer Präsentation einen anderen Grund: man halte es weitestgehend geheim, weil sonst sofort alle Fehler finden und rummeckern, sobald klar ist, dass der Kornkreis von Menschen angelegt wurde. Die Magie wäre dahin. http://otherworldyencounters.wordpress.com/2010/08...

Ungeklärte Phänomene
Also misst man sich im Geheimen mit den anderen Kornkreisen, von denen die Macher offensichtlich auch nicht wissen, ob es Kollegen waren, die lieber geheim bleiben wollen oder Außerirdische, die ja strenggenommen dann auch Kollegen wären. Und sie berichten von Vorfällen: So habe Williams mal einen Kornkreis nachts ganz alleine angefertigt, weil er plötzlich das dringende Gefühl spürte, das tun zu müssen. Am Tag darauf unterhielt er sich mit einer Kornkreisforscherin, und sie erzählte, dass sie nachts mit einer Gruppe in einem nahegelegenen Feld meditiert hatte. Man habe sich dabei immer wieder ein bestimmtes Zeichen vorgestellt, genau das, was Williams in dieser Nacht anfertigte. Für Williams ist das durchaus mysteriös. (Quelle: oberes Video) Auch John Lundberg berichtet auf der Seite circlemakers.org von Lichtkugeln, die in den Kornkreisen aufgetaucht sind. Eben diese Kugeln sind von anderen Augenzeugen häufig erwähnt worden und von Kornkreisforschern mittlerweile sehr gut dokumentiert, sogar als Videos http://www.kornkreiswelt.at/videos

Jay Goldner, ein deutschsprachiger Kornkreisforscher, gibt auf der Webseite alpenparlament.tv im Interview eine Übersicht der Kornkreissaison 2011 und auch er berichtet von den Lichtkugeln und präsentiert dazu Bildmaterial. http://www.alpenparlament.tv/playlist/501-kornkrei... Er erklärt, welche Geometrie in den Kornkreisen zu finden ist, hält sich allerdings mit der inhaltlichen Auslegung der Kornkreise zurück. Dazu demnächst mehr.
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23 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 29.02.2012 | 00:46  
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Hannelore Grünler aus Artern | 29.02.2012 | 01:47  
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Karin Jordanland aus Artern | 29.02.2012 | 11:37  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 29.02.2012 | 12:07  
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Antje Hellmann aus Jena | 29.02.2012 | 13:23  
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Antje Hellmann aus Jena | 05.03.2012 | 12:53  
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Renate Jung aus Erfurt | 06.03.2012 | 22:38  
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Antje Hellmann aus Jena | 07.03.2012 | 02:11  
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Karin Jordanland aus Artern | 07.03.2012 | 09:22  
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Renate Jung aus Erfurt | 07.03.2012 | 12:35  
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.03.2012 | 16:53  
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 18.03.2012 | 22:56  
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