Kreditangebote vergleichen - der effektive Jahreszins

Die Zinsen sind die wichtigste, aber längst nicht die einzige Kostenkomponente bei Krediten. Oft fallen im Zusammenhang mit der Kreditvergabe zahlreiche weitere Gebühren und Kosten an. Kreditanbieter (wie z.B. sparkasse.de) haben hier einen erheblichen Gestaltungsspielraum, den sie auch nutzen. Ein Kreditvergleich, der alleine auf den Zinssatz abstellt, wäre daher unvollständig. Wer nicht auch weitere anfallende Kosten berücksichtigt, trifft unter Umständen eine falsche Entscheidung.

Effektivzins: die Berechnungsmethode


Um Verbrauchern hier eine adäquate Vergleichsgröße an die Hand zu geben, hat der Gesetzgeber die Angabe des sogenannten effektiven Jahreszinses vorgeschrieben. Rechtsgrundlage für die Berechnung ist die Preisangabenverordnung (§ 6 Kredite). Danach müssen die Gesamtkosten eines Kredites als jährlicher Prozentsatz - eben als effektiver Jahreszins - angegeben werden. Mathematisch entspricht die Effektivzinsberechnung der sogenannten Internen-Zinsfuß-Methode aus der Investitionsrechnung.

Bei manchen Krediten kann die Effektivzinsberechnung praktisch schwierig sein: zum Beispiel bei variabel verzinslichen Darlehen, bei denen sich der Zinssatz im Zeitablauf immer wieder ändert, oder bei Krediten ohne feste Laufzeit. Um auch bei diesen Krediten einen Vergleich zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber die Anwendung bestimmter Annahmen bei der Berechnung vorgesehen, die alle Kreditanbieter in gleicher Weise berücksichtigen müssen.

Pflichtangabe bei Verbraucherkrediten


Die Angabepflicht beim effektiven Jahreszins erstreckt sich generell auf Verbraucherkredite. Das sind zum Beispiel typische Ratenkredite im Konsumentenkreditgeschäft, Abrufdarlehen, aber auch Hypothekendarlehen beim Hausbau. Im gewerblichen Kreditgeschäft ist die Angabe nicht zwingend. Der effektive Jahreszins gehört zur Pflichtangabe bei Kreditangeboten und in Kreditverträgen. Er ist auch in der Werbung zu nennen, wenn mit Zinssätzen geworben wird.

Welche Kosten fließen ein, welche nicht?


Viele wichtige Kostenelemente fließen in die Effektivzinsberechnung ein. Neben den Zinsen gehören dazu vor allem Bearbeitungsgebühren und ein evtl. Disagio. Trotzdem erfasst der Effektivzins nicht alle Kosten. Außen vor bleiben u.a.

- Wertermittlungs- und Besicherungskosten (Notargebühren, Grundbuchkosten u.a.) im Zusammenhang mit Sicherheiten;
- Kontoführungsgebühren, es sei denn, der Kreditnehmer hat hier keine angemessene Wahlfreiheit;
- Kosten einer freiwilligen Restschuldversicherung.

Gerade die Nichtberücksichtigung von Restschuldversicherungskosten ist immer wieder umstritten. Zum einen sind diese Kosten nicht unerheblich, zum anderen wird der Versicherungsabschluss oft recht aggressiv beworben, so dass die Freiwilligkeit in Frage gestellt ist. Trotzdem ist es bislang bei der genannten Regelung geblieben. In die Effektivzinsberechnung werden außerdem keine Kosten einbezogen, die bei einem nicht planmäßigen Kreditverlauf anfallen, zum Beispiel Mahn- und Inkassogebühren oder Vorfälligkeitsentschädigungen.

Was sollte verglichen werden?


Trotzdem hat sich der Effektivzins insgesamt als Vergleichsgröße bewährt. Grundsätzlich sollten dabei nur Kredite verglichen werden, die ähnliche Gestaltungsmerkmale haben - zum Beispiel gleiche Laufzeit, gleiche Zinsbindungszeiträume, gleiche Beträge oder die gleiche Art der Verzinsung. Ansonsten vergleicht man qualitativ unterschiedliche Angebote ('Äpfel' und 'Birnen') miteinander. Die Effektivzinsermittlung ist heute dank Vergleichs- und Kreditrechnern im Internet für unterschiedliche Konstellationen einfach möglich.

Effektivzins sagt nicht alles aus


Einige wichtige Konditionenbestandteile für die Kreditentscheidung kann der Effektivzins allerdings nicht abbilden. Dabei geht es vor allem um die Möglichkeit zur Anpassung wesentlicher Kreditbedingungen. Wichtige Punkt sind zum Beispiel vorzeitige Tilgungen, Tilgungsaussetzungen und Ratenanpassungen. Sie sind ebenfalls maßgebliche Kriterien für eine Kreditentscheidung, beeinflussen aber den Effektivzins nicht, da sie zunächst nicht unmittelbar kostenwirksam sind. Wenn Sie Effektivzinsen für Ihre Kreditentscheidung vergleichen, sollten Sie sich dessen bewusst sein.

Bildquelle: Q.pictures / pixelio.de
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