Miniaturwelten auf der Leipziger Messe Modell, Hobby, Spiel

Minitaurhaus nur aus Karton gebastelt. Die Fensterscheiben sind aus Folie.
Leipzig: Messe | Vier Tage lang rollten die Modelleisenbahnen durch Halle 3, schipperten ferngesteuerte Schiffe in Halle 5 und in Halle 4 fuhren laute und stinkende benzinbetriebene Modellautoflitzer um die Wette. Heute am Wiedervereinigungstag geht die 16. Messe Modell, Hobby, Spiel in Leipzig zu Ende.

Vier Tage lang saß ich in Halle 3 mit dem Jenaer Maler Michael Ballmann, der unmittelbar hinter dem sogenannten Gleis 27, einem Modelleisenbahnertreffpunkt seine Lokbilder ausstellte. Seine mit Acryl auf Leinwand gemalten Bilder zeigen „Vergessene Legenden“. Es sind überwiegend alte, kaputte Dampfloks, die verloren im Winterwald, angespült am Stand oder von Pflanzen überwuchert herumstehen und verloren wirken. Ein starker Kontrast zu der doch meist intakten Modelleisenbahnerwelt, wo ebendiese Züge durch idyllische Miniaturwelten rauschen und von den Besuchern im ehrfurchtsvollem Abstand besichtigt werden können.

Die „Bitte-nicht-berühren-Mentalität“ der klassischen Hobbymodelleisenbahner wird langsam aufgebrochen durch Workshops, bei denen die Besucher mitmachen dürfen und auch gezeigt bekommen, wie eine fabrikneue Modelleisenbahn in eine ölbefleckte, angerostete, gebraucht aussehende Lok verwandelt wird. Unsere Standnachbarn aus Holland sind hinsichtlich der Realitätstreue noch weiter: Hier läuft ein Videofilm der Modelleisenbahnen zeigt, bei denen die Passagiere sich auch auf den Dächern platziert haben, so wie man das vorwiegend aus den asiatischen Ländern kennt.

Unser Standnachbar rechts von uns bevorzugt den idealisierten Nachbau alter Bahnhofsgebäude. Für seine akkurat gebauten Häuser im H0-, TT- und N-Maßstab benötigt er nur 160-Gramm-Papier, das er mit einem Laserfarbdrucker mit der gewünschten Textur bedruckt. Die Häuserteile werden ausgeschnitten. Strick- und Rouladennadel helfen, das Papier in Form zu bringen. Die Teile werden dann nur noch zusammengeklebt. Seine Modelle entwirft er in einem Grafikprogramm und die ausgedruckten Vorlagen verkauft er als Bausätze weltweit über das Internet.

Von dem Trubel in den anderen Hallen haben wir nicht viel mitbekommen. Auffallend war, dass die Frauen offenbar Halle 2 bevorzugen. Dort gab es viele Stände zum Thema Kreatives Gestalten. Die Hälfte der Halle war den Spielherstellern- und Vertreibern gewidmet. An zahlreichen Tischen saßen mitunter ganze Familien und probierten in Ruhe neue Spiele aus. Viele Stände luden zum Mitbasteln ein.

Der Link zum Filmbeitrag über Thüringer Aussteller bei der Modell Hobby Spiel Messe in Leipzig: http://bcove.me/8cypbv4s
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