Nur eine Frage: Darf Frau Franz ihren Sohn Franz nennen?

Bernd Herzog arbeitet im Jenaer Standesamt.
Jena: Markt 1 | Die Antwort weiß Bernd Herzog. Er arbeitet seit 15 Jahren Sachbearbeiter im Standesamt Jena. 2014 hat er hier 1667 Geburten beurkundet.

Grundsätzlich ist eine solche Kombination möglich. Schließlich können Eltern frei über den Vornamen ihrer Kinder entscheiden. Das ist absolutes Elternrecht. Bei Franz Franz müsste man als Standesamtsmitarbeiter doch noch einem fragen, ob sie sich der Tragweite bewusst sind und alle möglichen Folgen beachtet haben. Eltern sollten darauf achten, dass sie ihr Kind durch einen ungewöhnlichen Namen nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Bei dieser Kombination könnte das schon passieren. Oder aber das Kind kommt immer wieder in Erklärungszwang, wenn es um die Unterscheidung zwischen Vor- und Nachnamen geht.

Ich selbst arbeite seit 15 Jahren im Jenaer Standesamt. Einen solchen Fall hatte ich in dieser Zeit allerdings nicht zu bearbeiten. Grundsätzlich bin ich aber befugt, die Beurkundung bestimmter Namen abzulehnen. Dann bleibt den Eltern noch die Möglichkeit, ihren Wunsch gerichtlich durchzusetzen. Sie müssen sich an einen Personenstandsrichter wenden. Der hat die letzte Entscheidungsbefugnis. Bei ausländischen oder exotischen Vornamen reicht mir aber oft schon der Nachweis, dass es im jeweiligen Land ein gebräuchlicher Name ist oder er in Deutschland schon einmal beurkundet wurde. Hier helfen ratsuchenden Eltern die Namensberatungsstelle in Leipzig oder die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden.
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 20.05.2015 | 19:37  
Simone Schulter aus Weimar | 21.05.2015 | 07:27  
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