Nur eine Frage... Warum fallen Vögel im Schlaf nicht vom Baum?

Jena: Verein Thüringer Ornithologen e. V. | AA-Redakteure suchen nach Antworten auf alltägliche Fragen. Manchmal sind es skurrile Fragen, manchmal skurrile Antworten. Was wollten Sie schon immer wissen?





Warum fallen Vögel im Schlaf nicht vom Baum, Herr Nickel?


Der schlichte Grund, warum ­Vögel im Schlaf nicht vom Ast fallen, ist der, dass sich die Füße des Vogels bei Druck von oben – im Schlaf das Eigengewicht – automatisch ­schließen.

Geht der Vogel in die Hocke, knickt er dabei Knie- und Laufgelenk ein. Dadurch werden die Sehnen über dem Laufgelenk gespannt und vorne an den ­Zehen zusammengezogen, weil diese Sehnen in jeder Zehe ver­laufen. So klammern sie sich am Ast fest. Das passiert beim Vogel automatisch und ­kostet ihm keine Kraft.

Deshalb fällt der Vogel auch nicht im Schlaf vom Baum. Er kann sorgenfrei ruhen. Erst wenn er seine ­Beine wieder streckt, öffnen sich die Zehen und er kann losfliegen.

 Das Ganze ist im Grunde bei Säugetieren – also auch bei Menschen – ähnlich. Auch hier ist die Hand in der Ruhehaltung geschlossen. Sie kann man nur aktiv öffnen.

Doch nicht alle Vögel haben die gleichen Zehen. Bei Enten sind sie mit Schwimmhäuten verbunden. Dennoch gibt es einige Enten- und auch Gänse­arten, die in oder auf Bäumen brüten. Lediglich einige hochspezialisierte Laufvögel können nicht mehr auf Ästen sitzen.


Der Antwortgeber


Michael Nickel, Dipl. Biologe (44), aus Jena, G­eschäftsführer des Vereins ­Thüringer Orni­thologen e.V., Mitglied der ­Avifaunistischen Kommission Thüringen
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Renate Jung aus Erfurt | 05.12.2015 | 00:53  
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