Nur eine Frage: Warum wird vielen Beifahrern schlecht, wenn sie im Auto lesen?

Wenn man selbst fährt, wird einem nicht schlecht. Beifahrern aber schon - vor allem, wenn sie lesen. Woran liegt das? (Foto: Henrik G. Vogel /pixelio.de)
Jena: Schwindelzentrum |

In die Kurve, auf die Bremse und .....Mann, ist mir schlecht. Während es dem Fahrer völlig gut geht. Selbst schuld: Warum musste ich auch noch während der Fahrt E-Mails lesen und im Internet surfen? Die Antwort auf die Frage, weshalb vielen Beifahrern schlecht wird, wenn sie im Auto lesen, kennt Professor Dr. med. Hubertus Axer, Oberarzt, Facharzt für Neurologie und Anatomie. Er leitet das Schwindelzentrum des Uniklinikums Jena.

Unser Gehirn verarbeitet im Wesentlichen drei wichtige Sinneseindrücke gleichzeitig, um Koordination und Gleichgewicht zu gewährleisten. Unser Gleichgewichtsorgan liefert Informationen über oben und unten und über Rotationsbewegungen des Kopfes. Aus der Körpersensibilität kommen Informationen über Gelenkstellungen und Muskelspannung und das Auge erfasst, wo oben und unten ist und ob man sich bewegt.

Drei widersprüchliche Sinneseindrücke



Grundsätzlich sind alle diese Informationen normalerweise im Einklang. Kommt es aber zu einer Situation, wo diese drei Sinneseindrücke widersprüchlich sind, reagiert man typischerweise mit Schwindel und Übelkeit. Wenn man nun beim Autofahren liest, melden die Gleichgewichtsorgane eine Bewegung, während über das Sehen auf eine sich nicht bewegende Buchseite der Eindruck entsteht, dass man sich nicht bewegt. Damit melden Gleichgewichtsorgane und Gesichtssinn unterschiedliche Informationen, sodass es in vielen Fällen zu Übelkeit kommt.

Es hilft dann häufig, das Buch wegzulegen und aus dem fahrenden Auto hinauszuschauen, sodass auch über das Gesichtsfeld die Bewegung des Autos wahrgenommen werden kann.
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Petra Wolf aus Gotha | 24.11.2016 | 09:51  
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