Pilze wachsen, doch der Regen fehlt

Wenn's um Pilze geht, ist Tanja Böhning Ansprechpartnerin. Foto: Hausdörfer
JENA. Meteorologisch gesehen begann am 1. September der Herbst. Bekanntlich schlägt in dieser Jahreszeit das Herz vieler Pilzfreude höher und sie gehen in den Wäldern auf Pirsch. Doch wie sieht es momentan mit dem Pilzaufkommen aus? Für Tanja Böhning, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Andreas Gminder in Jenaprießnitz als ehrenamtliche Pilzberaterin fungiert, formuliert es so: „Es gibt durchaus Pilze, auch viele verschiedene Arten. Doch richtig viel ist zurzeit nicht los, dazu ist es einfach zu lange trocken gewesen.“ Der erste Schub der bei vielen so gefragten Röhrlinge ist für sie „jetzt schon durch“. Bei etwas mehr Feuchtigkeit könne es aber durchaus noch mal losgehen.

Was kann die Spezialistin Neuanfänger mit auf die Pilzsuche geben? „Nur Pilze nehmen, die schön frisch und knackig sind. Die meisten Vergiftungen entstehen durch alte, schon verdorbene Pilze.“ Auf alle Fälle sollte man sich ein gewisses Grundwissen aneignen, theoretisch und praktisch. In sauren Nadelwäldern, wie sie in den bekannten und beliebten Pilzgebieten südlich der A4 oft zu finden sind, sind Anfänger mit Röhrlingen, am besten mit Ring am Stil und schleimigen Hut, eigentlich auf der sicheren Seite, weil dort keine richtig giftigen Doppelgänger wachsen. Doch Achtung, durch den Bitterröhrling, der dort vorkommt und oft mit dem Steinpilz verwechselt wird, kann man durch ein Exemplar eine ganze Pilzmahlzeit ungenießbar machen. Der sonst seltene Satansröhrling, ein auf kalkigem Boden wachsender sehr giftiger Pilz, wird momentan in den Wäldern direkt um Jena, zum Beispiel auf dem Forst, häufiger gefunden. Allein dreimal musste Tanja Böhning in der letzten Woche Exemplare aus den Körben fischen. In Zweifelsfällen sollte hier also auf alle Fälle eine der kostenlosen Pilzberatungsstellen aufgesucht werden.

Die ewige Streitfrage, ob Pilze abgeschnitten oder lieber herausgedreht werden sollten, ist für Tanja Böhning gar keine Frage: „Dem Pilzwachstum ist das egal. Doch wer die Pilze erst noch sicher bestimmen muss, sollte sie herausdrehen, damit alle Merkmale noch sichtbar sind“.

Infos:
www.pilzberatung-jena.de
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