Sicherer über die Straße - bessere Sichtbarkeit von Zebrastreifen in der Nacht

Joachim Weise (li.) und Sebastian Meier tragen die aus zwei Komponenten bestehende weiße Kaltplastik für den Zebrastreifen in der Dammstraße unmittelbar an der Heinrich-Heine-Schule auf. Bevor diese nach 20 Minuten ausgehärtet ist, werden die das Licht reflektierenden Glasperlen eingestreut. Foto: Hausdörfer
JENA. Zebras leben nur in Afrika und diversen Zoos, Zebrastreifen hingegen sind auf der ganzen Welt verbreitet. Den offiziellen Grundstein für dieses Verkehrszeichen - den Fußgängerüberweg - legten auf internationaler Ebene, angesichts des nach dem zweiten Weltkrieg stark zunehmenden Autoverkehrs, 1949 die Vereinten Nationen mit einem entsprechenden Abkommen. Die ersten Zebrastreifen Europas gab es in London allerdings schon 1948. In Deutschland soll der erste Fußgängerüberweg, wenn auch noch nicht der heutigen Vorschrift entsprechend, im März 1952 in Ostberlin angelegt worden sein, bereits im Juli zog der Westen mit acht Zebrastreifen in München nach.

Seit vier Jahren wird am 1. September bundesweit der von der Deutschen Studiengesellschaft für Straßenmarkierungen (DSGS) ins Leben gerufene „Tag des Zebrastreifens“ begangen. In diesem Jahr ist Jena die Partnerstadt der Aktion. Aus diesem Anlass wurden in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung im Rahmen eines Pilotprojektes zwei Zebrastreifen in der Rudolstädter Straße und in der Dammstraße von einem Mitgliedsunternehmen der DSGS nach neuesten Erkenntnissen und mit besonders gut sichtbaren Materialien kostenlos erneuert.

Die entscheidende Innovation ist dabei die Beschaffenheit der an der Oberfläche des Zebrastreifens vorhandenen Glasperlen, die durch einen deutlich höheren Brechungsindex das Licht der Autoscheinwerfer spürbar besser reflektieren sollen. Die relevanten optischen Parameter wurden jetzt ermittelt und werden in bestimmten Zeitabständen erneut gemessen, das nächste Mal im Frühjahr nach der Winterperiode. Als Referenzobjekt dient ein ebenfalls in der Rudolstädter Straße erneuerter Zebrastreifen, allerdings nach herkömmlicher Technologie. „Wichtig in ökonomischer Hinsicht ist auch eine gute Haltbarkeit der Fahrbahnmarkierungen“, erläutert Dipl. Ing. Ingo Benesch von der DSGS. „Schneepflüge sind Gift für Straßenmarkierungen, allerdings kommt es auch darauf an, wie die Räumfahrzeuge eingestellt sind“, so Benesch. Nach Abschluss der Studie muss die Stadt anhand der Ergebnisse entscheiden, ob der Mehrpreis für das neue Reflexionsmaterial gerechtfertigt ist und künftig Verwendung findet. Die 24 Zebrastreifen in Jena werden, je nach Belastung, im Schnitt alle drei Jahre erneuert.

Rund 80 Prozent aller Unfälle mit Fußgängerbeteiligung in Ortschaften ereignen sich heute in Deutschland beim Überqueren von Straßen. Der Anteil an Kindern und Senioren an Fußgängerunfällen ist dabei überproportional hoch.
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