Vorsicht: Navi-Falle am Schorbaer Berg

Lutz Müller aus Schorba wundert sich über den vielen Verkehr in seinem Heimatort. Nach dem Bau der neuen A4 müsste es hier eigentlich viel ruhiger zugehen.
Bucha: Schorba |

Die Einwohner des kleinen Örtchens Schorba leiden noch immer unter der Autobahn, obwohl ihr Ort seit fast zwei Jahren von der A 4 abgeschnitten ist. Die Auf- und Abfahrt mit dem Ortsnamen gibt es nicht mehr. Und trotzdem versuchen immer wieder Autofahren, diese zu finden. Sie vertrauen mehr der veralteten Software in ihrem Navigationsgerät als den Fahrbahnschildern.

Lutz Müller steht in Schorba dicht am Fahrbahnrand und studiert die Kennzeichen der durchfahrenden Autos. „KG – was will der hier“, fragt sich der 32-Jährige. „Da, einer aus München.“ Lange muss er nicht warten, bis Transporter und Limousine erneut durch den Ort fahren. Sie sind wohl in die Navi-Falle getappt.

Bis zu 100 Falschfahrer täglich


Seit November 2014 ist Müllers Heimatort vom Autobahnverkehr abgeschnitten. Damals wurde die neue Streckenführung der A 4 freigegeben – ohne die frühere Autobahnabfahrt Schorba. Doch das rund 150 Einwohner zählende kleine Dorf hat noch immer nicht mit dem Kapitel Autobahn abgeschlossen. Bis zu 100 Falschfahrer vermutet Lutz Müller täglich.

„Ich weiß nicht, was man machen kann.“ Der junge Mann wirkt ratlos. Schließlich sind es nicht nur die vielen Fahrzeuge, die ihn beunruhigen. „Die fahren nicht alle nur mit 50 durch den Ort“, begründet er seine Sorge.

AA-Austräger sorgt sich um Sicherheit


Lutz Müller hat schon viele auf das Problem aufmerksam gemacht, hat beim Radio angerufen, mit dem Schorbaer Ortsbürgermeister und dem in der Nähe wohnenden Bundestagsabgeordneten gesprochen. „Das sollte sich bald regeln“, war oft zu hören. Doch wenn Müller als Austräger des Allgemeinen Anzeigers im Dorf seine Runden dreht, kann er keine Verbesserung ausmachen.

Veraltete Software in Navigationsgeräten macht der Schorbaer als Ursache des Problems aus. Diese kennt nur die alte Autobahnführung und navigiert die Fahrer deshalb von der neuen Autobahn herunter.Das Gerät will seinen Nutzer über den alten Zubringer in Schorba auf die A 4 lenken. Im Dorf sucht der Fahrer aber vergeblich nach der nicht mehr existierenden Auffahrt. Wenn er den Irrtum bemerkt, wendet er und quert Schorba erneut. „Manche fahren auch dreimal um die Kirche,“ hat Lutz Müller beobachtet. So kommt es zu noch mehr Verkehr.

Blindes Vertrauen schafft Probleme


„Ohne Navi würden die Fahrer auf der Autobahn bleiben“, ist sich Müller sicher und rät zur Aktualisie¬rung der Software. Oder zumindest zum Blick auf die Straßenschilder. Das blinde Vertrauen auf den elektronischen Begleiter ist für den Schorbaer nicht nachvollziehbar. Er möchte den Verkehr in seinem Heimatort reduzieren. Denn ohne Autobahnzufahrt lebt es sich hier eigentlich ganz ruhig. Ohne Verkehrslärm im Garten sitzen und entspannen – in Schorba weiß man das neue Glück zu schätzen. Nun hofft man nur noch auf mehr Zuversicht der Navinutzer ins eigene Orientierungsvermögen.

Zur Sache

• Lutz Müller ist mit einem eigenen Kanal auf YouTube aktiv, sammelt dort Medienberichte aus Schorba und Umgebung. Auch über Facebook ist er erreichbar.

• Um Irrfahrten durch falsche Navigationshinweise zu vermeiden, hilft ein regelmäßiges Update der Software. Viele Anbieter gewähren sie kostenlos innerhalb der Lebensdauer des Gerätes. Bei eingebauten Geräten hilft die Vertragswerkstatt.

• Vor der Fahrt hilft ein Blick in die Routenplaner im Internet. Da werden die Streckenführungen schneller aktualisiert. Neue Straßenatlanten sind auch eine gute Alternative zum blinden Vertrauen ins Navigationsgerät.
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