Wo einst Panzerketten rasselten - Bauboom in Jena-Nord

So könnte der neue Wohnpark aussehen. Oben wird die Anlage von der Camburger, unten von der Zeitzer Straße begrenzt. Foto: Hausdörfer
JENA. Der Immobilienmarkt in Jena ist wie leergefegt, besonders der Mietsektor. Junge Familien mit Kinderwunsch haben es schwer, eine freie und auch bezahlbare Wohnung zu finden. Das Gleiche gilt für Studenten zum Semesteranfang, für Zuzugswillige oder Paare, die nach einer Trennung zwei kleinere Wohnungen suchen.
In dieser Situation klingt jede Meldung über den geplanten Bau neuer Mietwohnungen gut. Das Zentrum diesbezüglicher Aktivitäten ist gegenwärtig das ehemalige Kasernengelände in Jena-Nord zwischen Camburger und Merseburger Straße. Jüngstes Beispiel ist der Plan von "jenawohnen", dort auf einem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück 120 barrierearme Mietwohnungen zu errichten.
"Wir wollen hochwertig, aber nicht hochpreisig bauen", erklärte "jenawohnen"-Geschäftsführer Stefan Wosche-Graf bei der Vorstellung des Projektes. Deshalb habe man das bewährte Verfahren gewählt, im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung von fünf Architekturbüros einen Wettbewerb auszuschreiben. Als Sieger ging das Jenaer Büro Wagner und Günther hervor, das zum Beispiel schon den Jugendclub "Polaris" in unmittelbarer Nachbarschaft oder die Wohnanlage "Weidigsmühle" entworfen hat. Laut Jury besticht der Entwurf durch seine Wohnungsgrundrisse, die optimale Nutzung des Grundstückes sowie die Einbindung in die vorhandene Bebauung.
Vorgesehen ist ein breiter Wohnungsmix von der Ein- bis zur Fünfraumwohnung für die unterschiedlichen Bedürfnisse der künftigen Mieter, das Gros werden Zwei- bis Dreiraumwohnungen bilden. Rund 22 Millionen Euro will "jenawohnen" in das Vorhaben investieren, das 2016 bezugsfertig sein soll.
Architektonisch hat der Entwurf durchaus einiges zu bieten: Die zwischen vier und fünf Etagen abgestufte Bauweise der insgesamt sieben Häuser ermöglicht die so beliebten Dachterrassen, die Balkone sind innenliegend und können bei entsprechender Abschirmung bis weit in den Herbst hinein genutzt. Unter den Häusern gibt es eine Tiefgarage für die Mieterautos entsprechend den gesetzlichen Vorgaben. Auch hier gibt es eine Besonderheit: Die Garage ist nicht durchgehend, sondern zwei größere Flächen bleiben ausgespart. Das ermöglicht, dass in den Innenhöfen nicht nur kleine Bäumchen in mehr oder weniger großen Blumentöpfen, sondern richtig große Schattenspender gedeihen können.
Außerdem ist eine Fläche vorgesehen, auf der ein Kindergarten entstehen könnte, aber höchstwahrscheinlich vorerst nicht wird. Ein Mitbewerber würde wohl schon vorher hier einen Kindergarten errichten, so dass dann der Bedarf nicht mehr da wäre, wie Wosche-Graf erklärt. Gemeint ist offensichtlich der Plan eines Investors aus Schwaben, der wenig entfernt ein ähnliches Projekt bis 2014 realisieren will.
Eine wichtige Frage ist natürlich der Mietpreis. Nicht zuletzt wegen der gestiegenen gesetzlichen Anforderungen bzgl. Energieeffizienz wären solche Neubauvorhaben unterhalb einer Miete von 8.50 Euro kaum noch realisierbar, so der "jenawohnen"-Chef. Er rechne deshalb beim vorliegenden, anspruchsvollen Entwurf mit einem Mietzins um die zehn Euro. Der Konkurrent aus Schwaben glaubt derzeit hingegen, für die Wohnungen in seinem "Health Garden" mit 8.50 Euro hinzukommen.
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