30. Osterlauf des USV Jena e. V.

  Traditionsläufe mit Blick gen Rennsteig

Wenn sich die Ausdauerläufer und Walker des USV Jena e. V. am Donnerstag vor Ostern zum 30. Mal in der Nähe des Steinkreuzes zu ihrem traditionellen Osterlauf treffen, dann hat die Wettkampfsaison in der Laufszene schon lange begonnen. Mit dem Fuchsberg- und dem Käseschenken-Lauf in Gera wurde die Ostthüringer-Laufsaison 2013 eröffnet. Diese Läufe gehören zu den Traditionsläufen, die im Zuge der Entwicklung des GutsMuths-Rennsteiglaufs in den 1970er und 80er Jahren entstanden waren. In Jena ist der Forstlauf am 13. April als Traditionslauf aus dieser Zeit erhalten geblieben. Diese Läufe dienten zur Vorbereitung auf den Rennsteiglauf und waren Bestandteil der jeweiligen Kreisranglisten. Kreisranglisten hatten sich nach 1978 in der gesamten DDR entwickelt. Hintergrund war, dass die Teilnehmerzahlen beim GutsMuths-Rennsteiglauf durch die DDR-Sportführung bei 9.000 limitiert worden waren. Die Startkarten wurden über die Kreisvorstände des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) vergeben. Um eine gerechte Verteilung der Startkarten zu gewährleisten, richteten viele Kreise Ranglistenwertung ein, deren Teilnahme und Platzierungen zum Kriterium der Vergabe der Startkarten wurden. Von Helmut Rückbeil, der viele Jahre für die Führung der Jenaer Kreisrangliste zuständig war, konnte ein Bestand an Listen dem Stadtarchiv übergeben werden. Sie setzen 1982 ein und wurden bis 1990 geführt. 1982 wurden der Forstlauf, der Lobdeburglauf, der Saaletallauf, der Lauftreff-Rothenstein, der Stundenlauf Kahla, der Glaswerklauf, der Jenaer Berglauf, der Rautallauf, der Kernberglauf und der Porzellinerlauf in die Wertung einbezogen. Geordnet nach Altersklassen gab es für die Platzierungen von 15 bis einen Punkt. Die Punkte wurden am Ende summiert und als Rangliste veröffentlicht. Bei den Männern in der AK I (18 – 32 Jahre) gewann1982 Alexander Schlee von der Uni mit 82 Punkten, die er bei sechs Läufen sammeln konnte. Insgesamt 44 Männer gab es in dieser Klasse in der Wertung. In der Altersklasse II (33 – 36) wurden 28 registriert. Die meisten Punkte hatte Harald Kupfer aus Hummelshain mit 90 bei sechs gewerteten Läufen. Insgesamt beteiligten sich 412 Männer aller Altersklassen an den Läufen. Bei den Frauen gewann in der AK I Ines Hoppmann mit 68 Punkten. Hier wurden 13 Frauen in die Wertung aufgenommen. Zweitstärkste Altersklasse mit neun Läuferinnen waren die Damen von 37 – 42 und 43 - 50. In den folgenden Jahren dominierten Läuferinnen wie zum Beispiel Brigitte Rose, Annette Schmidt, Helga Grunow, Regina Werner, Heidrun Garlipp, Gudrun Machleid, Sieglinde Schräpel, Irmlind Fuchs und andere die Listen in ihren Altersklassen. Insgesamt starteten 58 verschiedene Frauen bei den zehn Kreisranglistenläufen des Jahres 1982. Einige Frauen findet man heute noch in der Laufszene oder bei der Organisation von Läufen wie Annette Schmidt, Helga Grunow, Sieglinde Schräpel, Heidrun Garlipp oder kürzlich verstorbene Irmlind Fuchs, die viele Jahre die gute Seele des Osterlaufs des USV Jena war.
Bei den zehn Kreisranglistenläufen des Jahres 1982 wurden insgesamt 2050 Startfälle in allen Altersklassen registriert, davon 914 aus dem Kreisgebiet. Die Mehrzahl der Läufer gehörte Betriebssportgemeinschaften an. Besonders häufig waren die Laufgruppen der HSG Uni, der BSG Glaswerk, der BSG Carl Zeiss Jena Süd und der WSG Neulobeda vertreten. Kleinere Laufgruppen scheint es bei den BSG ‘n Chemie, Pädagogik, der Fachschulsportgemeinschaft (FSG), bei Medizin und bei Handwerk gegeben zu haben. Im Kreisgebiet war vor allem die Chemie Kahla vertreten.
Die erste Rangliste wurde nicht, wie zu erwarten, vom Leichtathletikverband organisiert, sondern vom Deutschen Verband für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf. Andernorts, wie z. B. in Gera waren die Kreismeilenkomitees zuständig. So wie auch heute noch, gelang es dem eigentlich zuständigen Leichtathletik-Fachverband auf Grund seiner komplizierten und bürokratischen Strukturen teilweise nicht, die sich sehr breit entwickelnde Laufbewegung in den Griff zu bekommen. Dies wurde auch von den Rennsteiglauforganisatoren so gesehen, die die Startkarten lieber an gut funktionierende Kreisranglistenorganisatoren übergaben, als an schwerfällige bürokratische Fachverbände. Später wurde die Kreisranglistenwertung in Jena der Kommission Laufbewegung beim Leichtathletikverband zugeordnet, wobei die handelnden Personen um Helmut Rückbeil die gleichen blieben.

Dr. H. Kremer
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige