40. Auflage des Kernberglaufes startet am 15. Oktober

Wann? 15.10.2016 11:00 Uhr

Wo? Oberaue 1 Universitätssportzentrum, Oberaue 1, 07745 Jena DE
Dr. Hans-Georg Kremer hat sich intensiv mit der Geschichte des Kernberglaufes beschäftigt. (Foto: Peter Poser)
 
Eine Impression vom 39. Jenaer Kernberglauf. Am 15. Oktober fällt zum 40. Mal der Startschuss für den beliebten Landschaftslauf. Vom Start weg in Führung: Theodor Popp (TSV 1880 Gera-Zwötzen-1443) Sieger über 15 km in 53 Minuten (Foto: Peter Poser)
Jena: Oberaue 1 Universitätssportzentrum |

Der kleine Bruder ist längst erwachsen: Als Revanche zum Rennsteiglauf wurde der Jenaer Kernberglauf einst initiiert. In diesem Jahr wird er bereits zum 40. Mal gestartet. Bei Lauffreunden ist die Veranstaltung besonders wegen ihrer landschaftlich reizvollen Streckenführung durch die Muschelkalkhänge rund um die Saalestadt beliebt.
Zum runden Laufgeburtstag hat AA-Redakteurin Simone Schulter gemeinsam mit Sportwissenschaftler Dr. Hans-Georg Kremer zehn Fakten aus 40 Jahren zusammengetragen.

Premiere

Am 22. Oktober 1977 fand der erste Jenaer Kernberglauf als herbstliches Gegenstück zum GutsMuths-Rennsteiglauf statt. Start- und Zieleinlauf war am Institut für Sportwissenschaften in der Jenaer Seidelstraße. Erst später wurde der Kernberglauf in der Oberaue gestartet. Zur Premiere wurden Strecken über 50 und 25 Kilometer angeboten.

Namensvielfalt

Als kleiner Bruder des Rennsteiglaufs wurde der Lauf durch die Jenaer Kernberge initiiert. Mit dem Untertitel „GutsMuths-Rennsteiglauf-Revanche“ wollten die Organisatoren bei der Premiere bewusst einen Zusammenhang zum beliebten Massenlauf herstellen. Bis zur Wende trug die Veranstaltung zudem den Beinamen „Jenaer Kernberglauf zum Gedenken an Magnus Poser“. Das half, eine sportpolitische Einmischung zu minimieren und war hilfreich für die Organisation und die Arbeitsfreistellung von Helfern.

Starterzahlen

Fast 350 Sportlerinnen und Sportler hatten sich zum 1. Jenaer Kernberglauf angemeldet. Insgesamt 20 Läuferinnen und 285 Läufer kamen damals ins Ziel. In den Folgejahren entwickelte sich das Starterfeld kontinuierlich weiter. Teilnehmerrekord waren 1250 Sportler im Jahr 2006. Mit der Wende nahm das Interesse am Lauf stark ab. Ein Tiefpunkt war im Jahr 1991 erreicht, als nur noch 290 Läufer nach Jena kamen. Seit einigen Jahren hält sich das Teilnehmerfeld konstant bei rund 1000 Startern.

Club 25

Anlässlich des 25. Jenaer Kernberglaufs wurde der „Club 25“ gegründet. Aufgenommen wurden hierin alle Läuferinnen und Läufer, die 25 Kernbergläufe erfolgreich absolvierten. Die Sportler erhielten eine personengebundene Startnummer, die sie jedes Jahr wieder bekommen.
Nachdem bis Ende der 1990er Jahre der Club auf 25 Mitglieder anwuchs, wurde er geschlossen. Heute sind aus dem „Club 25“ noch 14 Läufer aktiv. Zwei von ihnen werden in diesem Jahr ihren 40. Kernberglauf absolvieren. Das sind Hans-Olaf Wartenberg aus Elsterberg und Peter Kindler aus Jena. Wartenberg kommt dazu extra aus China, wo er beruflich tätig ist.

Startgeld

Der Jenaer Kernberglauf kam stets mit einem sehr niedrigen Startgeld auf. Bis 1989 mussten Läufer für die 50- bzw. später die 40-Kilometer-Strecke zwölf DDR-Mark entrichten. Heute sind es für die Kurz- und Langstrecke jeweils neun Euro bei Voranmeldung und zwölf Euro am Veranstaltungstag.

Prämien

Der Lauf kommt von Beginn an ohne große Prämien oder Geldpreise aus. Kleine Sachgeschenke und Urkunden waren viele Jahre der einzige Lohn für Sieger und Platzierte. Seit dem 25. Kernberglauf gibt es für die drei Ersten Medaillen, die Bezug nehmen auf Jena als Universitätsstadt. So zierten sie schon das Portrait des Universitätsgründers „Hanfried“ und des Uni-Namensgebers Friedrich Schiller.

Ausweichroute

Ursprünglich sollte der kleine Bruder des Rennsteiglaufes als neuer Volkslauf rund 50 Kilometer um die Hohenwartetalsperre führen. Das Gebiet erwies sich bei Testläufen aber als zu anspruchsvoll, so dass ab Herbst 1976 nach einem geeigneten Waldgebiet in der Jenaer Umgebung gesucht wurde. In Jena gab es damals schon eine gut organisierte Laufszene. Zudem wurde in der aus der Unistadt die Idee zum Rennsteiglauf geboren. In den Kernbergen gab es verschiedene Streckenführungen, die für den neuen Lauf getestet werden konnten. Zudem war die Unterstützung durch Sportmediziner und Sportwissenschaftler der Universität gesichert.

Laufstrecken

Gestartet wurde 1977 mit Strecken über 50 und 25 Kilometer. Die lange Distanz wurde zwischen 1981 und 1989 auf 40 Kilometer reduziert. Damit folgte man damals nicht nur einem Trend in der Laufbewegung. Man entschärfte auch die Schwierigkeiten im Höhenprofil. Zudem beeinflusste der Bau der Mülldeponie in Großlöbichau die gewohnte Streckenführung. In den Jahren von 1990 bis 1992 führte der Kernberglauf über 25 und 13 Kilometer, seit 1993 über 27 und 15 Kilometer. Kinder- und Jugendläufe wurden ins Programm genommen.


Zeitmessung

Die Ermittlung von Siegern und Platzierten war in den Anfangsjahren eine besondere Herausforderung für die Organisatoren. Oft bildeten sich durch das große Starterfeld lange Schlangen im Zielbereich, weil die Läufer Startkarten aus Karton der Reihe nach auf ein Nagelbrett stecken mussten. Später entwickelten Jenaer Ingenieure und Techniker ein spezielles Registriergerät. Noch vor der Wende kam sogar ein privater Computer zum Einsatz.

Organisatoren

Die Idee zum Kernberglauf wurde von der Laufgruppe der Hochschulsportgemeinschaft der Jenaer Universität (HSG) mit über 50 regelmäßig trainierenden Ausdauerläufern entwickelt. ¬– Eine günstige personelle Voraussetzung zum Aufbau der eigenen Laufveranstaltung in Jena. Heute richtet die Abteilung Ausdauerlauf/Walkingdes Universitätssportvereins Jena den Lauf aus, der Nachfolgeverein der HSG.

In diesem Jahr

Für den 40. Kernberglauf sind bisher über 1000 Anmeldungen eingegangen. Das lässt ein Starterfeld vermuten, dass
deutlich über dem der Vorjahre liegt.
Wer 2016 noch starten möchte, kann sich bis zum 12. Oktober, 19 Uhr persönlich im Laufladen Jena anmelden. Am 14. Oktober, ab 10 Uhr werden dort auch die Startnummern ausgereicht. Nachmeldungen sind gegen einen kleinen Aufpreis am Samstag, den 15. Oktober, ab 8.30 Uhr im Jenaer Universitätssportzentrum möglich.
Ab 11 Uhr erfolgen die Starts über 5, 15 und 27 Kilometer sowie der Kinder- und Schülerläufe.
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