Abschlussbericht 39. Jenaer Kernberglauf 2015

    Steffan war gnädig
zum 39. Jenaer Kernberglauf

Das Tiefdruckgebiet Steffan zeigte sich am Samstag, den 17. Oktober „gnädig“ gegenüber den Organisatoren von der Abteilung Ausdauerlauf des USV Jena e. V., die in monatelanger Arbeit den 39. Jenaer Kernberglauf vorbereitet hatten. Hatte es an den Vortagen noch Schnee und Dauerregen gegeben, war es zum Start um 11.00 Uhr von „oben“ trocken. Allerdings mussten die ca. 1130 Starterinnen und Starter mit schwerem Geläuf rechnen. Der Gesamtleiter Dr. Peter Losso konnte zum Schluss aber konstatieren, dass es so gut wie keine Unfälle gab. Die meisten Stürze ereilten die Läuferinnen und Läufer kurz vor dem Ziel auf der Fußgängerbrücke bei Wöllnitz. Die Holzbohlen erwiesen sich ausgesprochen tückisch glatt.
Insgesamt konnte der Meldechef Stefan Kasper auf ein ganz gutes Ergebnis von 1359 Anmeldungen verweisen, wovon ca. 100 als Nachmeldungen eingingen. Zunehmend besser angenommen wurde die Startnummernausgabe schon am Freitag im Laufladen Jena, wo auch noch für alle Strecken Nachmeldungen möglich waren. Fast 300 Startnummern wurden abgeholt.
Mit 619 Zieleinläufen war die 15-Kilometerstrecke wieder am stärksten besetzt. 302 starteten über die Königsstrecke von 27 Kilometer. Die Spitzengruppe mit Hagen Brosius benötigte hier allerdings 31 Kilometer für die Strecke. Durch einen fehlenden Streckenpfeil lief sie am Einsiedelberg bei Drakendorf in die falsche Richtung und landeten in Rabis, wo sie von Dorfbewohnern wieder zurückgeschickt wurde. Zwischenzeitlich hatte sich der bekannte Jenaer Orientierungsläufer Sören Lösch, der kürzlich erst Deutscher Meister in seiner Sportart geworden war, an der Spitzengruppe vorbeigeschoben. Mit knapp zwei Minuten Vorsprung gewann Lösch vor Heiko Ludewig (LTV Erfurt) und Philip Heisch (SG Adelsberg). Gesamtleiter Dr. Peter Losso tat diese Organisationspanne, in der sonst wieder mustergültigen Veranstaltung ausgesprochen leid, und er sicherte den Betroffenen für den Jubiläumslauf im nächsten Jahr einen kostenfreien Start zu. Schlimmeres wurde durch eine Radfahrerin verhindert, die im Bereich der fehlenden Markierung dann das Einweisen der Läuferinnen und Läufer übernahm. Die Organisatoren möchten sich gerne bei ihr persönlich bedanken und bitten auf diesem Wege, dass sie sich beim Organisationsbüro oder beim USV Jena e. V. meldet."

Auf der 15-Kilometer langen Strecke konnten sich erstmals Läufer aus Afrika vorne platzieren. Samson Tesfazghi Hayalu wurde Zweiter und Measho Gebremeskel Achter. Die zwei Flüchtlinge aus Eritrea stammend, haben beim SV Sömmerda eine neue sportliche Heimat gefunden. Sie wurden von einer ganzen Gruppe Landsleute begleitet, die als Schlachtenbummler mit ins Universitätssportzentrum gekommen waren.
Während auf den 15- und 27-Kilometern ein Rückgang der Starter zu verzeichnen war, hielten sich die über 5-Kilometer und bei den Kinderläufen (1 und 2 km) etwa in der Größenordnung der Vorjahre.
Der 5-Kilometerlauf entwickelt sich derzeitig zunehmend zum leistungsorientierten Wettkampf, der auch ambitionierte Nachwuchssportler anzieht. Daher findet man auf vorderen Plätzen auch ambitionierte Nachwuchssportler, wie die beiden Schnellsten Veit Slodowski und Paul Pasda von der Abteilung Orientierungslauf des USV. Ursprünglich war er jedoch eigentlich als Einsteigerlauf ohne Siegerehrungen und -preise konzipiert, der Kernberglaufneulingen sowie Läuferinnen und Läufern, die einfach nur mal die Kernberglauf-Atmosphäre schnuppern möchten, eine erfolgreiche Teilnahme ohne Zeitdruck sichern sollte. Dr. Peter Losso betont aber, dass es für diese Strecke auch in Zukunft keine Ehrungen für die Schnellsten geben wird. Es wird im Organisationskommitee eher darüber nachgedacht, wie man den ursprünglichen Charakter dieses „Jedermannlaufes“ wieder stärken kann.
Eine Besonderheit auf der 5-Kilometerstrecke ist der hohe Frauenanteil von 44,23 % vergleichsweise zu 26 % der Gesamtteilnehmerzahl.
Besonders geehrt wurden die Sieger der Kinderläufe, wo neben einem Vertreter der Sparkasse der 1500-Meter Europameister Klaus Peter Justus die Siegermedaillen umhing. Justus, der gegenwärtig als Triathlontrainer in Saarbrücken zu Hause ist, überlegt er ob zum Jubiläumslauf 2016 selber mit den Organisatoren der ersten Stunde die 5-Kilometer Ende des Feldes mal mitläuft.
Ähnlich wie beim Rennsteiglauf, als dessen kleiner Bruder der Kernberglauf entstanden ist, können die Jenaer Organisatoren auf viele Traditionsläufer verweisen. Die Altersklassen ü50 stellen zusammen mit 268 Teilnehmern 24 %. Dazu gehören auch die Mitglieder des „Club 25“, in den die ersten 25 Läufer aufgenommen wurden, die 25 Mal erfolgreich beim Kernberglauf gestartet waren. Sie erhielten ein lebenslanges kostenloses Startrecht. 16 Clubmitglieder waren 2015 dabei, darunter
Hans-Olaf Wartenberg und Peter Kindler, die bisher alle 39 Kernbergläufe erfolgreich beendeten. Wartenberg reist dabei seit Jahren extra aus China an, wo er derzeitig lebt und arbeitet.
Ansonsten konnte der Zielsprecher Dr. Grunow viele namhafte Läuferinnen und Läufer persönlich begrüßen, wobei ihm ein Infosystem der Zeitmessfirma Namen, Ort und wieviel Kernbergläufe schon gesammelt wurden, ausspuckte.
Am Rande begrüßte er Gudrun Schmidt, Spitzenskilangläuferin der DDR in den 1960er Jahre und mehrfache Kernberglaufsiegerin der Anfangszeit, die ihren Ehemann und Sieger in der AK 80 Ludwig Amarell begleitete.
Ebenfalls begrüßte er Wolf-Dieter Wolfram, einen der vier Rennsteiglaufmitgründer, der als Sportstudent und Mitglied der Orientierungslaufgruppe des USV häufig in den Kernbergen trainierte. Der in Weimar wohnhafte Regierungsdirektor a. D. startete für eine von drei Mannschaften unter der Bezeichnung „Team Kernberge“. Der Ortsteilrat des Kernbergwohngebiets nutzte die Möglichkeiten des Kernberglaufs, um auf ihr schönes Wohngebiet aufmerksam zu machen.
Nach dem Lauf konnten alle Teilnehmer noch in dem erstmalig beheizten Festzelt bei Kaffee und Kuchen vom laufenden Bäcker André Czech den Sporttag ausklingen lassen. Traditionell hatte er wieder einen zwei Meter langen Stollen gebacken, der schon vor dem Start angeschnitten wurde.
Als Sponsoren waren wieder dabei:
Hauptsponsoren: Thüringer Energie, Köstritzer Schwarzbier Brauerei
Premiumsponsoren: Laufladen Jena, Adidas
Präsentation der Kinderläufe: Sparkasse Jena – Saalholzland
Weitere Partner: Bäckerei Czech, Techniker Krankenkasse, Lauflabor Jena / Reha-Aktiv 2000 GmbH, KSJ (Kommunal Service Jena)
Alle Ergebnisse findet man unter www.kernberglauf.de.

Dr. H. Kremer
Pressesprecher
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