Daniela Pohl ist mit dem Herzen bei den Paralympics dabei

Daniela Pohl zeigt eine komplette Medaillen-Kollektion, die sie bei den Paralympics in Atlanta gewann. Foto: Hausdörfer
JENA. Am Mittwoch begannen in London die Paralympics, die Olympischen Spiele der Behindertensportler. Sehr interessiert verfolgt die Jenaerin Daniela Pohl, die seit ihrer Hochzeit im Juni diesen Jahres Kretschmer heißt, die Wettkämpfe am Bildschirm. Der AA sprach mit der Schwimmerin, die dreimal sehr erfolgreich bei den Paralympics dabei war und insgesamt fünf Goldmedaillen holte.

AA: Wie sind Sie zum Schwimmen gekommen?

Daniela Pohl: Meine Fuß-, Knie- und Hüftgelenke sind von Geburt an nicht richtig ausgebildet. Der Orthopäde empfahl meinen Eltern, dass ich Schwimmen lernen sollte. Als ich mit sechs Jahren in die Körperbehinderten-Schule kam, war von der ersten Klasse das Schwimmen beim Schulsport dabei, da habe ich es gelernt. Im Wasser bewege ich mich ausschließlich mit Hilfe der Arme fort. Meine Sportlehrerin hat mich durch zusätzliche Übungsstunden sehr unterstützt. Mit Zwölf haben mich meine Eltern beim SV Jena-Zwätzen in der Abteilung Behindertensport angemeldet.

AA: Wann begann dann leistungssportliche Laufbahn?

Daniela Pohl: 1986 bin ich zum ersten Mal bei Bezirksmeisterschaften mit geschwommen, 1987 bei den DDR-Meisterschaften, wo ich vier Goldmedaillen holte. Ich kam auch in die DDR-Nationalmannschaft, obwohl wir zu dieser Zeit nie so richtig ins Ausland durften. Richtig los ging's dann nach der Wende mit drei Paralympics-Teilnahmen als Höhepunkte.

AA: Was waren Ihre größten sportlichen Erfolge?

Daniela Pohl: Bei den Paralympics in Barcelona habe ich drei Goldmedaillen mit drei Weltrekorden geholt, in Atlanta zwei Goldmedaillen mit einem Weltrekord, einmal Silber und einmal Bronze und in Sidney dann noch einmal Silber. Dazu kommen ein Weltmeister- und drei Juniorenweltmeistertitel, achtmal Europameisterin sowie 56-mal Deutsche Meisterin.

AA: Trainiert haben Sie in Gera, nicht in Jena. Warum?

Daniela Pohl: In Jena war es damals für mich nicht möglich, einen Sportverein zu finden, bei dem ich mitschwimmen konnte. Hier sind auch heute noch die Bedingungen ziemlich schwierig. Beim SV Gera hat man mich mit offenen Armen empfangen. Günter Wagner war von 1995 bis 2008 mein Trainer. Er hat sich aufopferungsvoll um mich gekümmert und großen Anteil an meinen Erfolgen.

AA: Wie sieht es heute mit sportlicher Betätigung aus?

Daniela Pohl: 2006 habe ich meine Trainerlizenz gemacht. Zweimal in der Woche trainiere ich in Gera 5- bis 7-Jährige im Rückenschwimmen und nutze dabei die Möglichkeit, zuvor selbst ein bis zwei Stunden zu schwimmen. Außerdem ist zweimal die Woche Fitness-Studio in der Ringwiese angesagt.

AA: Hobbys neben dem Sport gibt es sicher auch...

Daniela Pohl: Ich reise sehr gerne und entdecke andere Kulturen. Außerdem lese ich viel und sitze, als gelernte Damenschneiderin, auch noch öfters an der Nähmaschine.
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