Inge Riebel wird 80. - dienstälteste Übungsleiterin beim USV-Jena e. V.

  Inge Riebel wurde am 16. Juni 1935 in der Niederlausitz geboren. Sie war schon seit frühester Kindheit sportlich sehr aktiv. Bereits in der Oberschule konnte sie auch ihre Mitschüler als Übungsleiterin für eine sportliche Betätigung begeistern. Das war ein Grund, weswegen für sie der Berufswunsch eines Sportlehrers sehr zeitig feststand. Zum Studium ging Inge Riebel an die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) nach Leipzig. 1956 schloss sie ihr Studium als Diplomsportlehrerin ab. Sportliche Erfolge errang sie in verschiedenen Sportarten. Für ihre Heimatsportgemeinschaft den „SV Aktivist Großräschen“ konnte Inge Riebel mehrere Meistertitel im Schwimmen erringen. Gleichzeitig war sie Mitglied der Bezirksturnriege Cottbus bei DDR-Meisterschaften 1953. Ihr Talent im Hochsprung wurde an der DHfK entdeckt, wodurch sie als Studentin in die DDR-Meistermannschaft der DHfK im Mannschaftmehrkampf kam.

Nach dem Studium kam Inge Riebel als Lehrkraft zum Studentensport an die Uni Jena, wo sie Mitglied der Hochschulsportgemeinschaft (HSG) wurde. Anfangs lehrte sie u. a. im Fechten. Später konzentrierte sie sich auf das Gerätturnen und die Leichtathletik, wo sie seit 1956 Übungsleiterin war. In den 1960er Jahren wurde sie Übungsleiterin in der Rhythmischen Sportgymnastik und blieb es bis heute.
Inge Riebel gehört damit nicht nur zu den „dienstältesten“ Mitgliedern des USV, sie ist auch die einzige Übungsleiterin im Verein, die über einen so langen Zeitraum (fast 60 Jahre) ununterbrochen als Übungsleiterin tätig ist. Dazu kamen weitere Funktionen im Sport als Abteilungsleiterin, als Kampfrichterin und in Funktionen auf Landesebene. Ihre Sportlerinnen gehören besonders im Kinder- und Jugendbereich zu den leistungsstärksten in der Region.

Inge Riebel war die erste Landesfachwartin der Rhythmischen Sportgymnastik des 1990 gegründeten Thüringer Turnverbands (TTV). Nachdem sie 2002 diese Funktion aufgegeben hatte, unterstützt sie den Landesfachausschuss als Stellvertreterin in vielen organisatorischen Belangen, so bei der Organisation von Trainingslagern in Bad Blankenburg. Trotz ihres hohen Alters steht sie auch heute noch drei bis fünf Mal in der Woche in der Turnhalle und betreut Kinder bei der Erwärmung, beim Erlernen von Geräte- und Körpertechniken. Den Jugendlichen und Erwachsenen Gymnastinnen kann sie vor allem durch ihren erfahrenen Blick, wenn eine Kombination oder ein Element einfach nicht stabil gelingen will, Ratschläge erteilen.
Obwohl sie seit ca. 10 Jahren nicht mehr den gestrengen Blick der Kampfrichterin in einem Wettkampf aufsetzt, drückt sie jährlich die Schulbank und bildet sich in den Wertungsbestimmungen und dem Wettkampfreglement weiter. Diese Kenntnisse helfen ganz wesentlich bei der Gestaltung von Kürübungen nach dem neuesten Standard. Auch die notwendigen Formblätter vor den Wettkämpfen, in der alle Übungen beschrieben werden müssen, kann sie mit fachlichen Kürzeln sachgerecht ausfüllen. Dadurch ist es für die Kampfrichter erst möglich den technischen Wert einer Übung anzuzeigen. So nebenbei sei erwähnt, dass Inge Riebel solche Formblätter natürlich mit dem Computer schreibt, dessen Beherrschung sie sich in den 1990er Jahren aneignen musste. Müsste Inge Riebel heutzutage noch mal ein Bewerbungsschreiben abschicken, so würde bei ihr ein „sicherer Umgang in Word und Excel“ stehen.

Mittlerweile hat Inge Riebel ein stabiles altersgemischtes Team an Übungsleiterinnen um sich herum. Dazu zählen auch ehemalige Gymnastinnen, die im Alltag ihrem Beruf nachgehen und sich nun ebenfalls in ihrer Freizeit in der Rolle der Trainerin wiederfinden und die Abteilungsarbeit im USV Jena unterstützen. Inge Riebel ist aber die Person im Trainingsprozess, auf welche hundertprozentig Verlass ist, die immer da ist, wenn die Kinder ankommen und die Matte ausrollen. Sie organisiert die Erwärmung, turnt vor, sorgt für Ruhe und Disziplin unter den aufgeweckten und bewegungshungrigen Kindern. So manche Übung kann sie besser als ihre Schützlinge. Da staunen oft die zuschauenden Eltern.

Ihr Mann Werner ist unter anderem bekannt durch sein Engagement beim Frauenfußball des USV, Sohn Steffen hatte verschiedene wichtige Funktionen im Fußball beim SV Jenapharm, Sohn Jürgen ist passionierter Freizeitsportler und Tochter Annelore unterstützt die Mutter bei der sehr aufwändigen Arbeit in der Abteilung Rhythmische Sportgymnastik. Eine sportliche Familie, auf die sich Inge Riebel bei ihren vielen Vorhaben verlassen kann.
Ganz besonders stolz ist sie auf ihre sechs Enkelkinder und sie freut sich besonders darüber, dass Miriam Riebel in der Rhythmischen Sportgymnastik ihre Fähigkeiten schon bei so einigen Wettkämpfen bewies und wider Erwarten im März 2015 Vize-Landesmeisterin hinter ihrer Vereinskameradin Antonia Neumann in der Freien Wettkampfklasse wurde.

Zwei Tage nach Inge Riebels Ehrentag, am 18. Juni wird übrigens ihre langjährige Sportgymnastikkollegin, Dr. Marlies Goldammer, die sich aber vor allem um die Sportlehrerausbildung kümmerte, 75 Jahre alt. Dr. Marlies Goldammer war selber eine gute Leistungsgymnastin und gehörte sogar der Nationalmannschaft an. Dr. Marlies Goldammers Enkelin Solveig trainiert inzwischen beim USV auch bei den „Riebel-Mädchen“. Die Rhythmische Sportgymnastik gehört damit zu den sich gut entwickelnden Abteilungen des USV, die altersmäßig eine sehr breit auf gestellte Mitgliedschaft von der Enkelin bis zur Großmutter hat, was ein wesentlicher Verdienst des Engagements von Inge Riebel zu verdanken ist.

Dr. Hans-Georg Kremer
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