Jenaer Hammerwerfer Klaus wollmann feiert 80. Geburtstag

  Ein Urgestein wird 80 Jahre alt

Am Montag, den 25. Januar kann Klaus Wollmann seinen 80. Geburtstag feiern. In Kennerkreisen gilt er als ein „Urgestein“ der Jenaer Leichtathletik, vor allem in den Disziplinen Hammerwerfen und Rasenkraftsport. Die Hammerwurfgilde in Jena, die vor allem bei der BSG Motor Carl Zeiss Jena und im SC Motor Carl Zeiss organisiert war, stand immer etwas im Schatten der übrigen Leichtathleten. Einzig der Multisportler Arthur Fleischhauer schaffte es regelmäßig auch als Hammerwerfer in die Schlagzeilen.
Klaus Wollmann trat als Jugendlicher 1951 der BSG Motor Carl Zeiss bei und war anfangs im Turnen, Volleyball und Fußball aktiv. Die Trainerlegende Arthur Linß, selber früher ein guter Hammerwerfer, begeisterte ihn für das Hammerwerfen und den Rasenkraftsport. Schon nach wenigen Jahren stellten sich Erfolge ein. Klaus Wollmann konnte 1954, bei den DDR-Meisterschaften der Jugend mit dem Jugendhammer 38,04 Meter weit werfen und damit den 3. Platz belegen. Noch erfolgreicher war er im gleichen Jahr bei den deutschen Jugend-Meisterschaften im Rasenkraftsport. Hier gewann er den Meistertitel und stellte mit seinen Leistungen (Hammer 41,40 m; Gewichtwerfen 20,01 m; Steinstoßen 10,32 m) einen neuen deutschen Jugendrekord auf. Diese guten Leistungen waren es auch, die für ihn die Tür in den 1954 in Jena gegründeten Sportclub Motor Jena öffneten. Er trainierte zusammen mit damaligen DDR- Spitzenwerfern wie Arthur Fleischhauer, Werner Ziegenhardt und Dieter Gernß, wie der ambitionierte Hobby-Sporthistoriker Klaus Brendel in seiner umfangreichen Geschichte des Hammerwerfens in Jena nachweisen konnte. In den folgenden Jahren konnte Klaus Wollmann seine Wurfleistungen weiter verbessern und im Rasenkraftsport bei den Deutschen Meisterschaften 1956 und 1957 jeweils 3. Plätze belegen. Auch die Armeezeit ging an Klaus nicht vorbei, doch auch hier war er beim ASK Erfurt weiter als Leistungssportler aktiv und erreichte von 1958 bis 1960 bei den DDR- Armeemeisterschaften im Hammerwerfen immer vordere Plätze. Seine beste Leistung erzielte er im Jahr 1960 in Jena mit 53, 49 m. Regelmäßig nahm er an dem seit 1957 organisierten Silvesterpokalwerfen der Jenaer Hammerwerfer teil, wo Klaus Wollmann viermal gewinnen konnte.
Seine zweite sportliche Erfolgsgeschichte begann nach der Wende, als er im Seniorenalter wieder Spaß und Freude an seiner früheren sportlichen Leidenschaft fand. Er trat 1998 dem TuS Jena bei und begann seine Lieblingsdisziplinen, dem Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Rasenkraftsport zu trainieren. Seit 1998 gehört Klaus Wollmann zur Deutschen Spitze und erzielte zahllose Deutsche Meistertitel im Hammer-, Diskus- und Gewichtwerfen sowie im Rasenkraftsport. Seine größten Erfolge erreichte er aber bei den Werfer-Mehrkampf-Weltmeisterschaften 2001, als er im Gewichtwerfen, Gewichtwurfdreikampf und im Werfer-Fünfkampf Weltmeister werden konnte. Bei den ab 2000 in Jena stattgefundenen Hammerwurf-Pokalwettkampf „Artur Fleischhauer Gedächtnishammerwerfen“, der bis 2007 durchgeführt werden konnte und der sich zu einem deutschlandweit beachteten Seniorenwettkampf entwickelt hatte, wurde er viermal Pokalsieger. Da der Wurfplatz auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld zu einem Parkplatz umgestaltet wurde, verfügten die Hammerwerfer zeitweilig über keinen wettkampftauglichen Wurfplatz, so dass dieser schöne Pokalwettkampf ausgesetzt werden musste. Für die Zukunft wünscht sich Klaus Wollmann, der heute Mitglied im LC Jena ist, dass das Turnier wieder ins Leben gerufen wird.

Dr. H.-G. Kremer

Bildunterschriften: Klaus Wollmann 2007.

In: Thüringische Landeszeitung vom 25. Januar 2016
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