Kabinenpredigt: Wacker Nordhausen: Thüringenderby beim FC Carl Zeiss Jena

Erst auf der Bank, dann Vorbereiter und Torschütze: Tino Semmer. Foto: Archiv / Heyder
Jena: Stadion | Spiel mit Derby-Charakter - Nord- gegen Ostthüringer – Wacker muss nach Jena ins Abbe-Sportfeld

Arand & Heyder

Arand: Kehrt nun wieder Ruhe ein? Kritik kam schnell auf an Trainer Jörg Goslar, an seiner Art, wie er mit der Mannschaft umgeht. Der Sieg vom Sonntag sollte da eine Wohltat für alle sein. Ob das schon alle Kritik im Keim erstickt?

Heyder: Sie haben Moral gezeigt. Wenn die Wackeren einen 0:2-Halbzeitrückstand in den zweiten 45 Minuten noch zu einem 3:2-Heimsieg gegen Bautzen umbiegen, zeigt dies doch, dass vielleicht Kapitän Nils Pfingsten-Reddig und auch Tino Semmer doch nicht so verzichtbar sind.

Arand: Ja, zuerst Bankdrücker, aus welchen Gründen auch immer. Aber dann haben sie eben nicht die beleidigte Leberwurst gespielt, sondern zeigten mit ihren Toren, wie wichtig sie sind. Jetzt allerdings muss das nächste Ding rausgehauen werden, am Sonntag in Jena im Überschwemmungsgebiet an der Saale.

Heyder: Jena ging gegen Zwickau schnell in Führung, geriet aber, das muss man ehrlicherweise sagen, aus der Bahn durch sehr eigenwillige Schiedsrichterentscheidungen mit zwei Roten Karten. Wer derart kurios pfeift, sollte, im Sinne aller Fußballer, später öffentlich machen, worauf die Entscheidungen basierten. Sonst versteht das kein Mensch. Jena ist deshalb sicher angeschlagen, aber trotzdem nicht zu unterschätzen. Mit Thomas Ströhl könnten Semmer und Pfingsten-Reddig einen ehemaligen Rot-Weißen auf dem Spielfeld wiedersehen.

Arand: Beim FCC ist erneut der anvisierte Aufstieg in weite Ferne gerückt. Seit dem Winter darf sich mit Volkan Uluc ein neuer Trainer beweisen, der Stabilität reinbringen soll. Einige Unruhe herrscht immer im Umfeld. Die Fans sind schnell unzufrieden, dann nervt viele das Thema Stadion, das zu einem Politikum in der „Lichtstadt“ verkommt.

Heyder: Steht da vielleicht gar das Vollprofitum in Jena auf dem Spiel? Einer muss es finanzieren, denn wie lange schaut sich Mäzen Duchatelet das noch an?

Arand: Nimmt der FCC vielleicht das kostenpflichtige Darlehen vom Belgier an und verschuldet sich? Siebzehn Verträge laufen im Sommer aus und Präsident Lindemann, der ebenfalls noch als Sportdirektor fungiert, muss wieder einen neuen Kader basteln, wobei er dort nicht immer ein glückliches Händchen bei den Neuzugängen bewies. Sportlich sind die Ergebnisse durchwachsen. Vor allem auswärts kommen die Ostthüringer nicht in die Spur. Einziger Rettungsanker einer verkorksten Saison wäre der Landespokal. Da steht im Mai das Finale in Meuselwitz an, gegen den dortigen ZFC. Heute Abend (Mittwoch) hat der FCC noch den Nachholspiel gegen die Zipsendorfer im eigenen Abbe-Sportfeld.

Heyder: Für Nordhausen gibt es also zwei günstige Momente. Sie haben sich selbst bewiesen, dass sie auch einen Rückstand wieder umbiegen können. Und, dass sie im Grunde eine sehr gute Truppe haben. Über die Motivation muss man sowohl bei den ehemaligen Rot-Weißen, als auch bei Ex-FCC-Spielern nicht nachdenken. Unterschätzen darf man die Derby-Stimmung aber nicht.

Arand: Beide Teams haben aus sportlicher Sicht recht enttäuschende Wochen hinter sich. Da es in der Liga um nichts mehr geht, spielen beide locker auf und trennen sich 2:2-Unentschieden.

Heyder: Zwar geht es in der Liga um nichts mehr, aber dieses Spiel ist noch was anderes als gegen ein Kick gegen Berlin oder Bautzen. Das hat Derby-Charakter. Und, es gilt die Hinspielpleite wieder gut zu machen. Ich sage, Nordhausen gewinnt knapp mit 2:1 in Jena.

Der Gegner:
FC Carl Zeiss Jena Spielbetriebs GmbH (Spielbetrieb Profifußball)
Vereinsfarben: blau-gelb-weiß
Trainer: Volkan Uluc
Top-Torschützen: V. Jovanovic, A. Hettich, M. Banaskiewicz.
Netz: www.fc-carlzeiss-jena.de

Noch mal ein paar Szenen gegen Halberstadt
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