Rennsteigrekordversuch beim Rennsteiglauf

Mit der Startnummer auf dem Rücken

Wer am 9. Mai beim Rennsteiglauf auf der Halbmarathonstrecke zwischen Oberhof und Schmiedefeld die Startnummer 14.330 sichtet, wird feststellen, dass der dazugehörige Läufer diese etwas regelwidrig auf dem Rücken trägt. Die Organisatoren des Rennsteiglaufs sind aber bekannt dafür, dass sie solche Situationen meistern und nicht wie in der Stadionleichtathletik streng nach Reglement verfahren und den Läufer disqualifizieren.
Den Jenaer Student Martin Schäf aus Eschbergen bei Gotha findet man als Namen in der Starterliste. Er selbst legt Wert darauf, dass er seinen Vornamen MarTin schreibt, seinem Großvater zu Ehren. Warum er die Startnummer auf dem Rücken trägt wird leicht ersichtlich: MarTin läuft rückwärts und die Startnummer auf der Brust würde keiner sehen können.
MarTin startet damit einen Versuch als Rückwärtsläufer auf dem Rennsteig ev. ins Guinness-Buch eingetragen zu werden. Auf jeden Fall wird es ein Rennsteigrekord, da der Versuch diesmal angemeldet wurde.
Rückwärtsläufer gibt und gab es schon vielfach. Sie haben sogar eigene Wettkämpfe und Meisterschaften. Die Idee des Rückwärtslaufens als Sport gibt es schon lange. Bereits 1826 wurde dieser Kunstlauf zum ersten Mal erwähnt. Als Pionier in Sachen Retrorunning gelten der Franzose Christian Grollé, der sich seit 1978 mit dieser Laufart beschäftigt und Roland Wegner, der seit dem Jahre 2001 die Sportart unter dem Namen „Retrorunning“ promotet. 1992 fand in Italien der erste Rückwärtswettkampf in Europa statt. Mittlerweile gibt es Rückwärtsläufe auch in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Neuseeland, Nord- und Südamerika, Indien und Südafrika, schreibt Wikipedia dazu. Allerdings handelt es sich hierbei meist um Bahn- oder Straßenläufe. Wie am vergangenen Wochenende, als Thomas Dold ein Weltrekord über 10 Kilometer-Rückwärtslaufen beim Oberelbe-Marathon aufstellte.
Unter den schwierigen Bedingungen des Rennsteiglaufs als größten Crosslauf Europas, ist der „Rückwärtsgang“ äußerst selten.
MarTin beschreitet mit dem Versuch kein Neuland. Bereits 2012 hatte er den Rennsteig-Halbmarathon und die 15 Km-Kernbergstrecke rückwärts erfolgreich bestritten. MarTin hat in Jena Sportwissenschaft studiert und kommt eigentlich vom Karatesport. Mit dem Sportwissenschaftsstudium in Jena wurde er erst richtig sportlich aktiv und betreibt nun schon 10 Jahre intensiv Gerätturnen. Crosstriathlon in Jena, Jedermanns-10-Kampf, 100 Kilometer-Saalehorizontalen-Wanderung, Napoleon-10-Kampf (ein abgewandelter 10-Kampf in Anlehnung an die napoleonischen Truppen beim Napoleonstein bei Jena) und andere „verrückte“ sportliche Herausforderungen hat er schon erfolgreich bestanden.

Dr. Hans-Georg Kremer
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige