Retter in der Not - die Wasserwacht Jena

Petra Preuß, ehrenamtliche Leiterin der Jenaer Wasserwacht. Foto: Hausdörfer
 
Erfolgreich beim diesjährigen Jena-Pokal mit Mannschaften aus sieben DRK-Kreisverbänden war das Damenteam mit Karin Hoppe, Katharina Wolff, Anne Östreicher und Julia Wildau (v.li.). Foto: Jana von Jan (Foto: Jana von Jan)
Kraft, Technik und Erste Hilfe trainieren die Mitglieder der Jenaer Wasserwacht – Interview mit Leiterin Petra Preuß

JENA. Die Wasserwacht Jena ist eine von drei Wasserwachten des DRK-Kreisverbandes Jena-Eisenberg-Stadtroda. Seit 1883 ist es das Hauptziel der Wasserwachten, den Ertrinkungstod zu verhindern und die Sicherheit beim Baden und Wassersport zu erhöhen. AA-Redakteur Bernd Hausdörfer sprach mit Petra Preuß, Leiterin der Jenaer Ortsgruppe.

AA: Jenaer Wasserwacht – was verbirgt sich hinter diesem Namen?

Preuß: Wir sind Teil der Gemeinschaft des DRK, die in vielen Bereichen des Rettungswesens tätig ist. So wie die DRK-Bergwachten sich darauf vorbereiten, in Not geratene Leute aus den Bergen zu retten, bereiten sich die Wasserwachten darauf vor, Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

AA: Wie stark ist die Jenaer Ortsgruppe?

Preuß: Wir sind knapp 60, allesamt ehrenamtliche Mitglieder, wobei nicht alle aktiv sind. Altersmäßig ist fast alles vertreten: Von unserer Jugendgruppe mit Schülern, über Studenten und Berufstätige bis hin zu unseren Ruheständlern, die schon viele Jahre dabei sind und der Wasserwacht immer noch wohl gesonnen sind.

AA: Wie sehen die Ausbildung bzw. das Training aus?

Preuß: Es gibt hier zwei Hauptbereiche, das Wassertraining und den Sanitätsbereich. Im Wasser geht es darum, die Kondition zu stärken und die Techniken der Wasserrettung zu erlernen. Denn im Notfall jemanden aus dem Wasser zu holen, das hat schon viel mit Kraft und Technik zu tun. Der andere Schwerpunkt ist eine erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung, die speziell auf die Anforderungen der Wasserrettung zugeschnitten ist. Um den Ausbildungsstand zu testen, nehmen wir regelmäßig an Wettkämpfen teil.

AA: Was für Wettkämpfe sind das zum Beispiel?

AA: Im Jahresablauf beginnt das zumeist im Januar mit dem erst kürzlich in der Lobedaer Schwimmhalle stattgefundenen Jena-Pokal, bei dem besonders unsere Damenmannschaft wieder sehr erfolgreich war. Es folgen die Thüringer und die Deutsche Meisterschaft. 2009 und 2010 waren unsere Damen jeweils Deutscher Meister, 2011 und 2012 belegten wir den dritten Platz. Unser Ziel für 2013 ist es, diesen dritten Platz zu überbieten.

AA: Nehmen auch andere Rettungsorganisationen wie zum Beispiel die DLRG an diesen Wettkämpfen teil?

Preuß: Nein, da macht jeder sein eigenes Ding. Es gibt hier ein starkes Konkurrenzdenken, was ich persönlich aber nicht gut finde.

AA: Wenn ich jetzt im Winter leichtsinnigerweise auf dem Eis des Schleichersees herumspaziere und einbreche, werde ich dann von der Jenaer Wasserwacht gerettet?

Preuß: Die Eisrettung ist keiner unserer Schwerpunkte, die Wasserwacht steht da in Jena erst spät in der Schleife. Wahrscheinlich würde das die Feuerwehr tun, dort gibt es auch dafür ausgebildete Leute.

AA: Das Training ist die eine Sache. Wie sieht es mit konkreten Anwendungen für das erworbene Können aus?

Preuß: Wenn wir angefragt werden, sichern wir zum Beispiel Veranstaltungen im und am Wasser rettungstechnisch ab. Doch in erster Linie sind wir vor allem ein Sport- und Ausbildungsverein, der Menschen dazu befähigt - in welcher Funktion und wo auch immer - andere vor dem Ertrinken zu retten. Einige Mitglieder arbeiten zum Beispiel im GalaxSea oder sind im Sommer als Rettungsschwimmer an der Ostsee im Einsatz.

AA: Wie kann ich aktives Mitglied werden?

Preuß: Einfach bei uns in Lobeda-West beim Training am Dienstag von 19-20 Uhr oder Donnerstag von 20 bis 21 Uhr vorbei kommen. Nach drei Probetrainings kann man die Mitgliedschaft beantragen. Engagierte Leute, die gut schwimmen können, können wir immer gebrauchen.

Infos: www.wwjena.de
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