Thüringer Landespokal: Rot-Weiß Erfurt muss zum FC Carl-Zeiss Jena

Wann? 26.05.2016 17:00 Uhr bis 26.05.2016 19:30 Uhr

Wo? Eingang Ernst-Abbe-Sportfeld (Kreuzung Roland-Ducke-Weg/Am Stadion), Am Stadion, 07749 Jena DE
Die beiden Kapitäne René Eckardt und Sebastian Tyrala vor dem Duell: Kräftemessen im Paradies. Foto: Heyder
 
Die beiden Kapitäne: Am Samstag führen sie ihre jeweilige Herde aufs Feld. Foto: Heyder
Jena: Eingang Ernst-Abbe-Sportfeld (Kreuzung Roland-Ducke-Weg/Am Stadion) |

+ Das Derby steht + Beide Teams sind extrem heiß + Krämer zählt bereits die Stunden + Uluc will den 3. Pokal in seiner Karriere als Trainer, Krämer ist scharf auf den 4. in seiner Laufbahn+

Eine letzte Presekonferenz, bevor das Derby am Samstag um 17 Uhr im Jenaer Paradies steigt. Erfurts Trainer Stefan Krämer kann es kaum erwarten, dass der Schiedsrichter die Partie anpfeift. Er liebe solche Spiele, lässt er verlauten: "Dann stehst Du mit dem Rücken an der Wand, alles was vorher war, zählt nicht, dann musst Du liefern". Und genau das wollen seine Jungs tun. "Wir werden am Samstag so laufen, dass wir bis an unsere physischen Grenzen gehen. Wenn es sein muss, jeden Grashalm umdrehen, notfalls auch zweimal", so Erfurts Coach, der die Trainingseinheiten seit diesem Montag allesamt als gut befand und seitdem seine Kicker einschwört auf den Showdown. Allerdings geht es in die Höhle des Löwen, ins Jenaer Paradies, was sich nicht oft als Paradies erwiesen hat für den FC RWE.

Von Rückblicken auf vergangene Pokal-Spiele hält aber auch Noch-FCC-Coach Volkan Uluc nichts, "im Pokal werden die Karten immer neu gemischt, die Gäste aus Erfurt sind für mich der Favorit." Diesen Steilpass wehrte Krämer umgehend ab, als Favorit sieht er seine Truppe nicht. Auch Erfurts Präsident Rolf Rombach pflichtete ihm bei, immerhin hat Erfurt ein echtes Auswärtsspiel, Klassenunterschied hin oder her. Und nach der 0:5-Pleite vor zwei Jahren will sich ganz sicher keiner so weit aus dem Fenster lehnen. Rache- oder Revanchgedanken spielten in der Vorbereitung keine Rolle, so Kapitän und Trainer einhellig.

"Wir hatten es schwer, nach dem doch recht frühen Klassenerhalt in der 3. Liga die Spannung aufrecht zu halten. Nach so einer Saison, wo wir ständig an die Grenzen gegangen sind, war die 'Birne' am Ende einfach voll", formulierte er herrlich unkoventionell, wie gewohnt. "Deswegen habe ich den Jungs erstmal eine dreitägige Auszeit gegönnt." Seit Montag steht die Truppe wieder im Training.

"Am letzten Wochenende haben wir gezeigt, dass wir auch Tore schießen können", erklärte indes Jenas Kapitän René Eckardt, da habe sein Team das nötige Selbstvertrauen getankt für das Pokalspiel.

Kabinenpredigt RWE


Arand&Heyder, der Fußballtalk (protokolliert am Wochenende, also weit vor der Pressekonferenz)

Arand: Das Traumfinale ist perfekt. Der FC Carl Zeiss Jena war bereits durch seinen Sieg im Halbfinale gegen Nordhausen qualifiziert. Rot-Weiß schaffte vergangene Woche ebenfalls den Einzug ins Finale. Doch was war das für ein „Hängen und Würgen“ in Rudolstadt beim dortigen Oberligisten? Das hat auch Krämer nicht gefallen! Personell ist mit Bieber der erste Neuzugang da. Weitere Spieler haben verlängert Laurito und Menz. Auch Kadric, der aber verliehen werden soll. Szimayer geht auf eigenen Wunsch.

Heyder: So ein Erfurt-Jena-Derby mindestens einmal im Jahr gehört einfach dazu. Es ist das Salz in der Fußballsuppe. Allein, ich würde mir wünschen, dass es auch dort solche Szenen geben könnte, wie im DFB-Pokalfinale, als die Kamera zwei verirrte Dortmund-Fans im Bayern-Block zeigte, die da aber völlig unbehelligt blieben. Neben der Klub-Tadition sollte auch die Fairness hochgehalten werden.

Arand: Eins sei noch gesagt: Mit so einer Leistung wie gegen Rudolstadt wird man im Finale keinen Blumentopf gewinnen. Ein Witz ist allerdings die Kartenverteilung: Aufgrund des Sicherheitskonzeptes dürfen nur 1200 Erfurt-Fans das Spiel sehen - im Käfig des Block O. Übrigens so eine Regelung gibt es in keinem anderen Bundesland. Da stehen jedem Gastverein deutlich mehr Karten zu. Es ist ja ein Auswärtsspiel für Rot-Weiß. Da muss sich der TFV was einfallen lassen für die kommenden Jahre.

Heyder: Das sehe ich ähnlich. Auf einem neutralen Platz mit gerechter Kartenverteilung an die Fans wäre ein Finale deutlich angemessener. Wichtig ist auch, dass man ein Profischiri da hinschickt. Da habe ichin den letzten Jahren merkwürdige Dinge gesehen, falls ich mich nicht komplett falsch erinnere, hat einer mal beim Einwurf Abseits gepfiffen. Die wirkten in so einem hitzigen Duell manchmal doch überfordert.

Arand: Carl Zeiss Jena kann seine Saison nur noch durch den Pokalsieg retten. Für Trainer Volkan Uluc sein letztes Spiel in dieser Rolle. In der Rückrunde bauten er und der Verein mehrere Nebenkriegsschauplätze auf. Vom „FC Hollywood“ reden einige, nachdem dort mehr neben als auf dem Platz passiert. Was da vom Stapel gelassen wurde, das war teilweise amateurhaft. Und dieser Karneval ist längst nicht vorbei.

Heyder: In der Liga ist man hinter Mannschaften wie Oberlausitz und mit 20 Punkten Rückstand auf Platz eins. Auf die Art drehen die Saalestädter die nächste Ehrenrunde in der Regionalliga. Das fünfte Jahr in Folge. Die ist so gefährlich. Der Berliner AK hat die exakt um ein Tor schlechtere Trefferquote als Zwickau und hat absolut nichts in der Hand am Ende der Saison. Ein Jahr gekämpft, ein Tor weniger als der Spitzenreiter und Du hast alsbolut nichts erreicht. Sowas gehört abgeschafft!

Arand: Erfurt bleibt der Favorit im Finale am Samstag um 17 Uhr. Aber hoffentlich lähmt dieser Rucksack auf dem Rücken nicht während des Spiels. Eine enge Kiste steht bevor. Mein Herz, mein Herz. Bluthochdruckgefahr ist angesagt. Erfurt gewinnt knapp nach 90 Minuten mit 2:1 und die Fans und die Stadt Erfurt sehen im neuen Stadion endlich wieder DFB-Pokal.

Heyder: Schön wärs. Pokal ist aber mal wirklich nicht die Spezialdisziplin in Erfurt. Klassenerhalt dagegen schon, das Team, das seit Gründung der 3. Liga hieraus nicht abgestiegen ist. Beim Auswärtsspiel in Jena schafft Erfurt diesmal die 'Sensation' und gewinnt knapp mit 3:2.

Der Gegner:
Fußballclub Carl Zeiss Jena Spielbetriebs GmbH
Vereinsfarben: blau-gelb-weiß
Trainer: Volkan Uluc
Tabellenplatz: 7 (Regionalliga Nordost)
Top-Torschützen: M. Starke, M. Bär, R. Eckardt
Netz: www.fc-carlzeiss-jena.de
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