Brücke mit vielen Paten - Buch dokumentiert die Geschichte der Rettung der Alten Burgauer Brücke

Hartmut Schuhmann (li.) und Frank Müller präsentierten ihr Buch im Stadtmuseum erstmals der Öffentlichkeit. Beide hoffen, dass das zehnjährige Jubiläum der Brückeneinweihung am 3. Oktober 2014 gebührend gefeiert werden wird. Foto: Hausdörfer
JENA. Man stelle sich vor: Eine Brücke wird gebaut, obwohl sie verkehrstechnisch gar nicht gebraucht wird. Was heute in Jena unmöglich erscheint, wurde in der Aufbruchstimmung der Nachwendejahre im Stadtteil Burgau Realität. Der rührige „Verein zur Rettung der alten Saalebrücke Jena-Burgau“ schaffte es gemeinsam mit der Stadt die 1945 völlig sinnlos von der Wehrmacht gesprengte Alte Burgauer Brücke in jahrelanger mühevoller Arbeit nach historischem Vorbild wieder aufzubauen. Zu deren Einweihungsfest am 3. Oktober 2004 kamen rund 15.000 Besucher.
„Diese Brücke hat viele Paten“, erzählt Frank Müller, ehemaliger Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Jena, Mitglied des Brückenvereins und heute im Ruhestand. Er erinnert sich an die vielen Mitstreiter, die das Projekt beförderten, wie zum Beispiel auch Arbeitsamt und ÜAG. Und an das jährliche Feilschen um neue Fördermittel. „Der Verein hat schon versucht, die Stadt in die moralische Pflicht zu nehmen, was auch gelungen ist“, schmunzelt Müller. Insgesamt wurden 2,4 Millionen DM in den Wiederaufbau des Denkmals, das heute von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann, investiert.
Einer, der bei den Arbeiten hautnah als Bauleiter vor Ort war, ist Hartmut Schuhmann, ebenfalls damals beim Tiefbauamt beschäftigt und im Brückenverein aktiv. Er schätzt ein, dass die Brücke so gut restauriert ist, dass 100 Jahre lang keine größeren Reparaturen nötig sein werden. Und er kennt viele interessante Geschichten rund um den Bau. Dass zum Beispiel nach dem traurigen Ende der Jenaer Brauerei Steine aus deren Abriss in der Brücke wieder Verwendung fanden.
Schuhmann und Müller sind die Autoren eines neuen Buches, das jetzt als Band 26 der Reihe „Dokumentation“ des Stadtmuseums unter dem Titel „Die Saalebrücke Jena-Burgau – Geschichte und Wiederaufbau von 1990 bis 2004“ erschienen ist. Birgitt Hellmann, Kuratorin des Museums, nennt die Publikation „ein Kind mit einer sehr langen Schwangerschaft“. Schließlich sind seit der Fertigstellung des Buches und der ersten Idee dazu fast zehn Jahre vergangen. Diese Zeit haben sich die Autoren ganz einfach genommen, um die Geschichte des Brückenbaus möglichst treffend zu beschreiben. „Das ist aber keine wissenschaftliche Abhandlung“, betont Frank Müller. Auf 127 Seiten werden nach einem Ausflug in die Historie der Steinbogenbrücke deren Wiederaufbau und das Wirken des Burgauer Brückenvereins aus Sicht der Autoren dargestellt, illustriert mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos aus den Archiven des Tiefbauamtes und des Stadtmuseums. Technische Dokumentationen zum Bauablauf ergänzen den Band.

Das Buch „Die Saalebrücke Jena-Burgau“ von Hartmut Schuhmann und Frank Müller ist im Stadtmuseum sowie im Jenaer Buchhandel erhältlich. Preis: 15,90 Euro
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