Die Ritter würden sich freuen

Er verteidigt seine Burg: Gemeindevorsteher und Burgherr Hans-Jürgen Domin. Foto: Hausdörfer
JENA. „Die Lobdeburg ragt altersgrau, auf steilem Bergesrücken, gar trutzig auf ins Himmelsblau, der Wanderer Entzücken“, so beginnt ein Gedicht des Heimatdichters Julius Lien, mit dem er 1913 das Städtchen Lobeda und seine Burg lobpreist.

Die Geschichte geht bis ins Jahr 1166 zurück, als die Burg von den Brüdern Hartmann und Otto von Auhausen, die sich fortan die Lobdeburger nannten, gegründet wurde. Nach der Zerstörung im sächsischen Bruderkrieg 1450 setzte Ende des 15. Jahrhunderts der unaufhaltsame Verfall der Burg ein. Seither thront die Ruine als Blickfang über Lobeda und ist mit ihrer Berggaststätte schon seit langem ein beliebtes Wanderziel.

Der Verein, der seit genau 100 Jahren als der gute Geist der Burg für den Erhalt der Ruine kämpft, Wanderwege anlegte und pflegt, durch Baumpflanzungen für die Begrünung des Berges sorgte und 1929 die erste „Lobdeburgklause“ baute, ist die „Lobdeburg-Gemeinde 1912“. Die Mitglieder der Gemeinde nennen sich heute Nachbarn, in Erinnerung an die feudale Vergangenheit aber auch noch Knappen und Ritter sowie Burgfräulein und Burgfrau, wie Burgherr und Gemeindevorsteher Hans-Jürgen Domin im AA-Gespräch vor Ort erzählt. Neben den Vorbereitungen für die Jubiläumsfeierlichkeiten haben für Domin die anstehenden Sanierungsarbeiten die oberste Priorität. Die vor acht Jahren angebrachten Sicherungselemente waren eigentlich nur für drei Jahre ausgelegt. Höchste Zeit mit der lange geplanten Grundsanierung zu beginnen. Seit der Übertragung der Ruine an den städtischen Immobilienbetrieb KIJ ist der Burgherr optimistisch. „KIJ ist in der Lage, die Sanierung zu stemmen und die benötigten 900.000 Euro bereitzustellen“, so Domin. Dann könne vieles gemacht werden, was schon lange dringend notwendig sei, vorher aber nicht möglich war.
Die Vorbereitungen laufen, Archäologen sichern gegenwärtig bei Ausgrabungen wichtige Befunde aus der Anfangszeit der Burg. „Im Jahr 2013 soll die Sanierung beginnen, so das Versprechen von Oberbürgermeister Schröter und KIJ“, erinnert Domin.

Wenn es in der nächsten Zeit an der Ruine mal knallt und raucht, keine Bange: Dann wird nur die restaurierte Kanone ausprobiert, die zur großen Jubiläumsfeier am 21. und 22. Juli 2012 erstmals so richtig öffentlich böllern soll.

Spendenkonto:
Geldspenden zur Unterstützung der Arbeiten zum Erhalt der Burgruine bitte auf das Sparkassenkonto „AG Ruine“, BLZ 83053030, Konto 201170.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige