Für ein Licht im Advent: Weihnachtsaktion für alleinstehende Senioren

Legten gestern wie viele andere freiwillig Engagierte zur Freude von Kati Langenberger von der Bürgerstiftung Zwischenraum bei der vorweihnachtlichen Bastelaktion gern mit Hand an: Jörg Prüger, Romy Tobermann, Friedericke Petersen, Jasmin Elshamy (v.r.).
Jena: Bürgerstiftung Zwischenraum | Ein festlich geschmücktes Heim, ein besinnliches Zusammensein im Kreis der Familie und Geschenke natürlich - das sind einige, wenn auch längst nicht alle „Zutaten", welche den Advent und das Weihnachtsfest für viele zur schönsten Zeit des Jahres machen. Doch nicht für alle ist dies selbstverständlich. Vor allem alleinstehende Senioren schauen dieser Tage wohl eher mit etwas Wehmut auf das bevorstehende Fest. Um ihnen eine vorweihnachtliche Freude zu bereiten, glichen gestern Räume der Bürgerstiftung Zwischenraum Am Rähmen 27 einer Bastelwerkstatt.

Binnen weniger Stunden verwandelten etliche Freiwillige eine unüberschaubare Auswahl an Töpfen, Tannengrün, buntem Dekorationsmaterial und Kerzen, die zuvor gespendet worden waren, in geschmackvoll gestaltete Weihnachtsgestecke und Adventskränze. Die kleinen Aufmerksamkeiten sollen persönlich an ältere alleinstehende Mitbürger im Seniorenzentrum Luisenhaus überreicht werden, bei den Beschenkten für ein Gefühl von Besinnlichkeit, Zugehörigkeit und ein Leuchten in den Augen sorgen.

Beschenkt werden bei der Weihnachtsaktion aber nicht allein die Senioren: „Engagement muss nicht immer mit Anstrengungen verbunden sein. Es macht vor allem auch den Freiwilligen selbst Freunde", beschreibt Vorstand Doris Voll die Erfahrungen, die Ehreamtliche bei ihrer Tätigkeit fürs Gemeinwohl machen. So legten allein 250 Jenaer beim diesjährigen Freiwilligentag im September bei Aufräumarbeiten am Landgrafen oder beim Bau von Spielgeräten in Kitas tatkräftig Hand an oder begleiteten die Ausflüge von Senioren oder Menschen mit Handicap. 5800 Euro brachte im Juni die Versteigerung unbezahlbarer Gelegenheiten zugunsten gemeinnütziger Projekte ein. Mit diesen, jährlich wiederkehrenden Aktionen öffnet die Stiftung ganz bewusst all jenen ein Türchen, die in der Nachbarschaft oder im Wohngebiet schon immer einmal „Gutes" tun wollten - spontan, von Zeit zu Zeit, wenn es die Arbeit erlaubt, aber ohne langfristig und ständig dabei zu sein.

Eigentliches Herzstück der Bürgerstiftung sind freilich jene nachhaltigen Projekte, die sich das ganze Jahr über und häufig fernab öffentlicher Aufmerksamkeit vollziehen: 22 Freiwillige sind derzeit etwa regelmäßig als Vorlesepaten in über 20 Jenaer Kitas unterwegs. 66 Lesementoren helfen fast 90 Kindern in zwölf Schulen über ihre Schwierigkeiten beim Lesen hinweg. Und bei alleinstehenden Senioren schauen im Auftrag der Stiftung regelmäßig „Nahbarn" vorbei, ehrenamtlich Engagierte, die einfach einige Zeit von „Mensch zu Mensch" für sie da sind - bei Spaziergang oder Einkauf, zum Zuhören und Erzählen. Gespeist werden all diese Projekte aus der Freiwilligenagentur Jena-Saale-Holzland, die engagementinteressierte Bürger und gemeinnützige Organisationen miteinander in Kontakt bringt und mittlerweile 600 Einträge zählt.

Positives zu vermelden, gibt es auch in Sachen Stiftungskapital: Dank einer Zustiftung von Jenawohnen wurde hier die 100.000-Euro-Marke genommen, was gleichzeitig den Auftakt dafür bilden soll, noch weitere Stifter für das Anliegen der Stiftung zu gewinnen. In Werbeagentur- Chefin Barbara Fröbe weiß man dabei seit kurzem eine ausgewiesene Fachfrau als Vorstandsmitglied an der Seite, die ihr kommunikatives Know-how zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements in der Region einbringen möchte.
(Text und Foto: Andreas Klossek)
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