Malen mit Wolle

Marianne Heinecke (re.) und Ruth Klotz erklären an einem Ausstellungsstand, wie aus einer gemalten Vorlage ein Abbild aus Wolle entsteht. Foto: Hausdörfer
JENA. „Erst muss man das Handwerk richtig erlernen, dann kann man kreativ werden“, sagt Marianne Heinecke, die Leiterin der Web-Gruppe der Universität. Mit „Web“ ist hier allerdings nicht das weltweite Datennetz gemeint, sondern eine viel, viel ältere Fertigkeit - das Weben bzw. Wirken.

Hervorgegangen ist die heutige Gruppe aus Kursen zu textilen Handarbeitstechniken an der Volkshochschule, die von 1980 bis 1996 mit aufbauenden Programmen und steigendem Schwierigkeitsgrad angeboten wurden. Marianne Heinecke erinnert sich noch an den allerersten Web-Kurs, den sie mitinitiiert hatte: „Wir dachten, es kommen womöglich nur drei, vier Leute, doch plötzlich standen 60 Frauen im Raum.“ Da musste zunächst improvisiert werden, schließlich hätte nicht jede Frau einen eigenen Webrahmen besessen. Zum Glück habe eine Jenaer Firma solche Rahmen angefertigt, erinnert sich die studierte Diplom-Biologin.

Seit 1987 treffen sich - mit Unterstützung der Universität - die Frauen aus den unterschiedlichsten Berufen, um sich gemeinsam der Handweberei zu widmen und Erfahrungen auszutauschen. Darunter sind, wie Marianne Heinecke, nicht wenige aus den Anfangsjahren noch mit dabei. Heute trifft man sich regelmäßig in einem von der Uni zur Verfügung gestellten Raum im früheren ABF-Gebäude in der August-Bebel-Straße, zuvor war viele Jahre lang der Nollendorfer Hof das Domizil.

Eine aktuelle Ausstellung in der Sparkassen-Hauptfiliale zeigt bis Ende Februar Arbeiten von Mitgliedern der Web-Werkstatt, die in der Bildwirktechnik in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Darüber hinaus werden anschaulich der Entstehungsprozess solcher Bilder und die verschiedenen Web- und Wirktechniken dargestellt.

Zur Ausstellungseröffnung wollte der AA-Redakteur von den anwesenden Damen noch wissen, ob eigentlich auch Männer diesem Hobby frönen. Einmal wäre ein Mann für zwei Jahre dabei gewesen, ansonsten waren die Frauen unter sich. Doch das muss nicht so bleiben: Ein Ausstellungsgespräch am 31. Januar ab 15 Uhr ist auch für Männer eine gute Gelegenheit, sich zu informieren und bei Interesse in der Gruppe „mitzuwirken“.
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