Mangel macht Wohnen in Jena teuer - morgen Stammtisch des Mietervereins

Frank Beitz
JENA. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Jena ist angespannt. Die große Nachfrage nach den wenigen verfügbaren freien Wohnungen treibt die Preise für Miet- und Eigentumswohnungen in die Höhe. Der AA sprach mit Frank Beitz, dem Vorsitzenden des Mietervereins Jena und Landesvorsitzenden des Deutschen Mieterbundes:

AA: Morgen, am 22. März, findet um 18.30 Uhr im Gasthaus „Zur Noll“ der nächste für alle Bürger offene Stammtisch des Mietervereins Jena statt. Was ist das Thema?

Frank Beitz: Es geht um die zugespitzte Situation und die ungesunde Preisentwicklung im Mietwohnungssektor. Als Gast haben wir diesmal Oberbürgerbürgermeister Dr. Albrecht Schröter eingeladen, der sich den Fragen der interessierten Bürger stellen wird.

AA: Hat die Stadt Anteil an dieser Entwicklung?

Frank Beitz: Eine wichtige Aufgabe eines kommunalen Wohnungsunternehmen ist meines Erachtens die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums auch für die einkommensschwächeren Bürger. Mit dem Verkauf der früheren SWVG an die Stadtwerke ist der städtische Einfluss auf die heutige „jenawohnen“ GmbH bei der Preisgestaltung natürlich gesunken, besonders wenn bei den Stadtwerken private Investoren einsteigen, die natürlich Rendite erzielen wollen. Die Stadt München hat seinen Verkauf der kommunalen Wohnungen übrigens wieder rückgängig gemacht. Direkt vergleichbar sind die Verkäufe in Jena und München aber nicht.
In Jena ist der Verkauf eines früheren SWVG-Blockes in der Richard-Zimmermann-Straße an private Investoren ein schlimmes Beispiel dafür, wie es eigentlich nicht laufen sollte. Ein drastisch heruntergefahrener Service und Mieterhöhungen in zwei Wellen haben hier eine wahre Klageflut losgetreten. Zum Glück bekamen aber die Mieter in den meisten Fällen vor Gericht Recht.

AA: Wie sollte man ihrer Meinung nach weiteren Mietpreissteigerungen entgegenwirken?

Frank Beitz: Mit Maßnahmen zur Entzerrung des Marktes, zum Beispiel durch die Ausweisung neuer Bebauungsflächen. Obwohl hier mit Augenmaß vorgegangen werden sollte, wie die Diskussionen um den Kleingartenflächen am Jenzig zeigen. Ich lade alle interessierten Jenaer Bürger ein, morgen zum Stammtisch über solche Fragen mit dem Oberbürgermeister und Vertretern des Mietervereins zu diskutieren.

Hintergrund & Kontakt:

Gegründet wurde der Mieterverein Jena im September 1990. Mit aktuell 2100 Mieterhaushalten als Mitglieder ist er einer der größten Vereine Jenas.
Kontakt: Mieterverein Jena, 07743 Jena, Saalstraße 21, Tel: 03641/442824
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