sie kommen ... sie kommen nicht ... sie kommen ... sie kommen nicht ...

6 (noch fehlende) Gastfamilien entscheiden über "ja" oder "nein"

Heute, eine Woche vor Ankunft der belorussischen Kinder in Jena, fehlen uns noch Gastfamilien für 6 Kinder! Gelingt es uns nicht, diese Kinder unterzubringen, droht der gesamte Durchgang auszufallen, was auch vielfach mit Stornokosten für bereits gebuchte Leistungen verbunden ist.

Trotz intensiver Suche gelang es uns bisher nicht, diese Lücke zu füllen. Mehr noch, in den letzten Tagen haben 3 Gastfamilien ihre Zusage wieder zurückgezogen. Wir haben heute noch einmal einen Aufruf an die lokalen Medien verschickt, aber ob diese unseren Hilferuf auch publizieren, ist fraglich. Unserer Bitte in den letzten Wochen haben die Ostthüringer Zeitung, die Thüringische Landeszeitung und der Allgemeine Anzeiger nicht entsprochen!

Die Jungen und Mädchen sind im Alter von 12-17 Jahren und suchen Gastfamilien für den Zeitraum vom 14. bis 29. Juni 2013.

Wir sind für jeden Hinweis dankbar. Unsere Telefonnummern: d: 394994 oder p: 422655

Wie wichtig der Erholungsaufenthalt für die Kinder auch nach so vielen Jahren noch ist, betont unser ehemaliges Gastkind, Pawel Mardujew (studierte von 2007-2012 an der Pädagogischen Universität in Mogiljow im Lehramt für Geschichte), in einem Brief an unseren Verein:

"Guten Tag, verehrte Mitglieder des Vereins "Hilfe für die Kinder von Tschernobyl in Jena"

Die Katastrophe von Tschernobyl war die schlimmste Tragödie in der Geschichte des Gebietes Krasnopolje. Die Auswirkung der Explosion verbreitete sich auf 63 Siedlungen und Dörfer, fast 10 000 Menschen mussten ihre Heimatdörfer verlassen. Ich konnte aber mit diesem Schmerz leben, so wie auch die andern 12 000 Bewohner dieses Gebietes. Gott sei Dank sind wir nicht im Stich gelassen worden von vielen lieben und guten Menschen. Dazu gehört auch Ihr Verein, der schon 21 Jahre uns in unserem Leid nicht allein gelassen hat.

Es sind schon 26 Jahre seit dieser furchtbaren Katastrophe im Atomkraftwerk von Tschernobyl vergangen. Doch noch immer hat sich unsere Heimat davon nicht erholen können. Die Zahl der zurückgebliebenen Menschen wird mit jedem Jahr geringer. Abgestorbene Bäume in den Wäldern und zunehmend dichtes Gestrüpp an den Flussufern verwandeln diese Plätze in wilde und verlorene Zonen der Natur. Ich versuche aber diese Erde nicht zu vergessen. Deshalb wählte ich das Thema meiner Diplomarbeit "Die Geschichte des Gebietes Krasnopolje nach archäologischen Gesichtspunkten". Und das, obwohl die Arbeit verbunden ist mit Besuchen dieser von Gott verlassenen Orte, wo die Radioaktivität 5-6 Mal höhere Werte aufweist als normal.

Wir möchten unsere tiefe Dankbarkeit allen Familien, bei denen unsere Kinder in Deutschland gewohnt haben, allen Sponsoren und allen anderen, die uns halfen, zum Ausdruck bringen. Ihre aktive Unterstützung und ihr Enthusiasmus bescheren den weißrussischen Kindern unvergessliche Eindrücke und vielleicht hilft es auch, die schrecklichen Folgen der Havarie zu überwinden. Vielen Dank für die Möglichkeit, im schönen Thüringen weilen zu dürfen. Man kann sagen, dass sich für uns das erste Mal eine Welt öffnet, wo die Menschen anders leben, ohne Angst im Wald Pilze und Beeren sammeln, gefahrlos angeln und ihre Kinder aufziehen können. Eine Welt, wo die reiche Geschichte von der Gegenwart nicht vernichtet wird, sondern wo sie auf festen Füßen steht."
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