125 Jahre Hausnummern in Mühlhausen

„Hausmarken“ als Kennzeichen für Gebäude: das Schiffchen in der Görmarstraße. (Foto: Wolfgang Rewicki)
Mühlhausen/Thüringen: Görmarstraße | MÜHLHAUSEN. Am 1. Januar 2014 feierte Mühlhausen ein ganz besonderes Jubiläum. Die noch heute gültigen Hausnummern gibt es in der Stadt dann seit 125 Jahren. Wie Recherchen des Stadtarchivs ergaben, lösten die am 1. Januar 1889 eingeführten Hausnummern das ältere Orndungssystem aus der Zeit der napoleonischen Besetzung ab. Danach waren Häuser im Innenstadtbereich ausgehend vom Frauentor nach einer Einquartierungsliste des französischen Militärs durchgehend nummeriert. Mit dem Wachstum der Städte im 19. Jahrhundert wurde diese Methode allerdings schnell unübersichtlich.

„Allein zwischen 1880 und 1890 hatte sich Mühlhausens Einwohnerzahl um über 4000 auf 27490 erhöht. Der damalige Mühlhäuser Magistrat reagierte mit der Einführung des noch heute gültigen Systems, das eine straßenweise Nummerierung vorsah", so Bernd Mahr, Mitarbeiter im Stadtarchiv.

„Hier in Mühlhausen galt das so genannte Hufeisenprinzip, bei dem die rechte Straßenseite gerade, die linke ungerade Hausnummern erhielt. Ausgangspunkt war die Stadtmitte. Man konnte also an der Höhe der Zahl auch die Entfernung zum Zentrum ablesen“, berichtet Mahr weiter. Allerdings ließen sich wie in der Wahlstraße auch Ausnahmen im Zick-Zack-Prinzip finden.

Vor den ersten Hausnummern der napoleonischen Zeit waren auch in Mühlhausen „Hausmarken“ als Kennzeichen für Gebäude üblich. Beispielsweise das Haus Tanne am Untermarkt, die Schurre in der Holzstraße und das Schiffchen in der Görmarstraße weisen auf diese Tradition vorrangig im Bereich der Gastronomie hin.
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