Stadtförster freuen sich über langen Winter

(Foto: Stadtverwaltung Mühlhausen)
MÜHLHAUSEN. Zwar zeigen sich auch im Stadtwald schon die ersten Frühlingsboten. Trotz Frost und Schnee blühen am "Ramsenbrunnen" die Märzenbecher und die Vogelwelt kommt hörbar in Stimmung. Gerade im Stadtwald freut man sich jedoch über den bislang faulen Frühling sehr - zumindest beruflich. Das anhaltende Winterwetter hat der Forstabteilung der Stadtverwaltung Mühlhausen nämlich ungewohnt günstige Arbeitsbedingungen beschert.

Je kälter, umso besser laufen Holzeinschlag und die Holzrückung. "Der anhaltende Bodenfrost verhindert unnötige Schäden auf den Waldwegen und im Forst", sagt Jörg Willner. Dass neben modernen Forstmaschinen auch wieder traditionell Pferde zum Holztransport eingesetzt wurden, entlaste den Boden weiter, so der Leiter des städtischen Forstbetriebs.

Er und seine sechs Waldarbeiter haben seit September über 10.000 Festmeter Holz eingeschlagen. Während das starke Stammholz bereits an Sägewerke, Furnierwerke und Holzhändler verkauft wurde, wartet nun an den Forstwegen das Industrieholz auf den Abtransport. Wohin Mühlhäuser Holz geliefert wird, lässt sich nur schwer sagen. Die Abnehmer sind weltweit aktiv und liefern bis nach Japan oder in die USA. Der Großteil des Holzes bleibt jedoch sicher in der Region und sorgt vor allem für warme Stuben. Bis zum Wochenende werden noch die letzten Bäume der Laubholzsaison gefällt.

Einen Wermutstropfen hat der lange Winter jedoch auch für den Forstbetrieb - die nun folgende Frühjahrsaufforstungsperiode fällt entsprechend kürzer aus. Bereits kommende Woche werden die neuen Forstpflanzen geliefert. Neben Bergahorn, Kirsche und Douglasie wird auch die Weißtanne als einheimischer Nadelbaum wieder verstärkt angepflanzt. Dass diese Baumart im Stadtwald gut gedeiht, beweist das stattliche Exemplar am Torfgrubenweg. Es wurde vor kurzem zum Naturdenkmal erklärt (Foto). Überhaupt denkt der städtische Forstbetrieb langfristig: "Seit hunderten Jahren wird in unserem Wald Holz geschlagen und der Wald ist immer noch da. Das spricht für eine erfolgreiche, nachhaltige Bewirtschaftung", erklärt Jörg Willner nicht ohne Stolz.
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