Der Oktober wird mörderisch: In Kürze beginnen die Krimiwochen im Eichsfeld

Heidi Zengerlings Geschichte rankt sich um das Pestkreuz hoch über ihrem Heimatort Heyerode. Weil die Dorfbewohner lange Zeit von der Pest verschont blieben, leisteten sie einst einen Schwur: Jedes Jahr zum Dreifaltigkeitssonntag soll eine Prozession hinauf zum Kreuz laufen und eine Messe abhalten. Seit einiger Zeit findet die Prozession an jedem ersten Sonntag im Juli statt und fällt mit dem Gemeindefest zusammen.
 
Das Buch ist beim Verlag und im Buchhandel erhältlich.
Heyerode: ... |

Keine Leiche zum Dessert? Und auch sonst weder Mord noch Totschlag? Heidi Zengerling staunt, als sie ihre Verlegerin Astrid Seehaus am Telefon hat. Schließlich ist die Krimiautorin aus Heyerode im Südeichsfeld einverstanden, den imaginären Revolver in der Schublade zu belassen.

Für ihre erste Krimi-Anthologie wünscht sich Seehaus von Zengerling eine Geschichte mit historischem Hintergrund.
In "Mörderisches Buffet", dem Buch zu den ersten Eichsfelder Krimiwochen im Oktober und November, wird ohnehin gemordet, was das Zeug hält. Weil er für den Geschmack der Konkurrenz zu gute Brötchen backt, landet Bäckermeister Wenzel mit zerschmettertem Gesicht im Mühlgraben von Niederorschel. An der Teufelskanzel wird die gute Seele des Fußbodenverlegebetriebes Friedrich Wilde Opfer einer habgierigen Kollegin. Dagegen ist die Geschichte von den verbrannten Schuluniformen aus Duderstadt harmlos.

Das Pestkreuz von Heyerorde


In ihrem Beitrag zur Anthologie, "Das Geheimnis der Kette" hat Heidi Zengerling dem Pestkreuz ihres Heimatortes Heyerode eine Rolle zugedacht.
"Im Jahr 1626 geht die Pest in Heyerode herum", erzählt die Autorin. "Hilfesuchend wenden sich die Dorfbewohner an die benachbarte Vogtei. Aber die begüterten Mönche helfen nur gegen die Verpfändung eines großen Waldstücks am Hainich. Bald verschließen sie gänzlich Tür und Tor - aus Angst vor dem grausamen Tod."
Der Geschichte nach zeigten die Bewohner des benachbarten Diedorf, dem Himmel und Gott näher als die Mönche der Vogtei, Erbarmen und versorgten die Heyeröder lange Zeit mit dem Nötigsten.
"Die Überlebenden der Pest trugen 1681 ein Kreuz hinauf zum Dinkelbühl, wo es von Pfarrer Johann Valentin Hartmann eingeweiht wurde", hat Zengerling in Archiven, bei Ortschronisten und Privatpersonen recherchiert. Die historisch belegten Abschnitte sind im Buch kursiv gedruckt, damit der Leser zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden kann.
Die Geschichte um das Pestkreuz handelt von einem wertvollen Geschmeide, das über 300 Jahre von Generation zu Generation vererbt und dessen Geheimnis erst in der Neuzeit - nach der Wende - durch einen Zufall gelüftet wird.

Tatorte abwandern und Geheimnisse entdecken


Die Eichsfelder Krimiwochen dürften also spannend werden. An verschiedenen Orten sind Lesungen mit den Autoren der Anthologie geplant. Herausgeberin Astrid Seehaus stellt zwar mit diesen Veranstaltungen einen regionalen Bezug her, will aber auch überregional Interesse wecken: "Das Buch soll auf unterhaltsame Weise dazu verführen, die Routen und Tatorte abzuwandern. Damit können wir das Eichsfeld auch touristisch stärken." Unterstützt wird sie dabei von Buchhändlern, Bibliotheken und Heimatvereinen.


Zur Sache:
Zu den ersten Krimiwochen vom 21. Okober bis 30. November 2016 im Eichsfeld erschien die erste Krimianthologie mit 18 Kurzgeschichten von und mit Eichsfelder Autoren. Herausgeberin ist Astrid Seehaus, die mit "Tod im Eichsfeld" 2012 den Thüringer Krimipreis gewann.
Im eigenen Undine-Verlag vereint sie mit "Mörderisches Buffet" Beiträge von professionellen Autoren und Schriftstellernachwuchs. Schauplätze sind unter anderem Teufelskanzel, Burgruine Hanstein, Kloster Anrode, Wehnder Warte, Pferdeberg und die Eichsfeld-Metropolen Duderstadt und Heiligenstadt. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.
Lesungen zu den Krimiwochen:
21. Oktober Günter Liebergesell (Klausenhof); 25. 10. Klaus Paffrath (Bibliothek Heiligenstadt); 3. November Christine Hoppe, Karina Reiß, Monika Deutschbein (Frauenzentrum Leinefelde); 4. 11. Claudia Nachtwey (Grenzlandmuseum Teistungen); 5. 11. Jana Bauer Teufelskanzel); 8. 11. Arne Hirsemann (Mühlencafé Heiligenstadt); 10. 11. Schülerinnen (St. Josef-Gymnasium Dingelstädt); 18. 11. Schülerinnen (Astrid-Lindgren-Schule Duderstadt); 19. 11. Anneliese Blacha, Heidi Zengerling, Beate Funke (Lengefelder Warte); 30. 11. Markus Hoppe, Astrid Seehaus (Multhauf Schreibwaren Heiligenstadt).
Informationen:
www.undine-verlag.de
www.buchfloh.de
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