Die deutsche Sprache ist ein Witz - sagt Kabarettist Ulf Annel

Wann? 02.11.2016 19:30 Uhr

Wo? Bibliothek, Jakobistraße 1, 99974 Mühlhausen/Thüringen DE
Ulf Annel und Björn Sauer. (Foto: Picasa)
 
Ulf Annel (r.) und Björn Sauer toben sich auf der Wortspielwiese aus. (Foto: Maik Ehrlich)
Mühlhausen/Thüringen: Bibliothek | Der Erfurter "Arche"-Kabarettist Ulf Annel meint, die deutsche Sprache sei ein Witz. So hat er auch sein gemeinsames Programm mit Liedermacher Björn Sauer betitelt. Dafür hat er sein Schüttelreim-Büchlein im Gepäck und den Kopf voller witziger Ideen. Er schlägt die kürzeste SMS vor und zeigt, dass wir tagtäglich etwas benutzen, was oft Schwierigkeiten bereitet, was manche Leute deshalb gar nicht gern in den Mund nehmen, was aber voller Überraschungen steckt: unsere Sprache. Mit Ulf Annel im Gespräch:


Die deutsche Sprache ist ein Witz. Wirklich?

Ja, die Sprache steckt voller Witz. Schon einzelne Buchstaben können komisch sein. Der Programmtitel ist natürlich eine kabarettistische Zuspitzung.


Oder ist das eher Galgenhumor?

Nein, wegen frecher Bemerkungen zu Orthographie, Grammatik und Folgen der Rechtschreibreform wird keiner gehenkt.


Wenn die deutsche Sprache ein Witz ist, warum nimmt sie mancher trotzdem nicht gern in den Mund?

Manche Leute nehmen alles zu ernst - oder sie waren noch nicht in unserem Programm.


Wieviele Worte braucht der Mensch?

Er braucht im deutschen Sprachraum vor allem dreißig Buchstaben. Und - wie meine Oma Johanna sagte - fünf zum Draufsetzen. Ich meine, es sind vierzehn. Hauptsache, der Mensch oder die Menschin sitzt in unserem Programm.


Kann wirklich ein einziger Buchstabe die Welt verändern? Welcher?

Ein "N", es reicht sogar ein kleines "n".


Zum Beispiel?

Das kleine Geheimnis wird im Programm gelüftet. Das Rätsels Lösung betrifft den Papst.


Gibt es auch lustige Buchstaben?

Alle! Die einen mehr, die anderen weniger.


Ist einer von Grund auf immer lustig?

Lustig - im Sinne von vielfältig verwendbar - ist "Q". Der Artikel bestimmt die Verwendung: das "Q" ist der Buchstabe, der "Q" ist eine erfolgreicher Banküberfall und die "Q" kann als Schimpfwort benutzt werden.


Und böse?

Freilich, es kommt ja auf den Sinn an. Buchstaben alleine sind nur Striche. Sinn und Verstand geben den Strichen Charakter und Gefühl.


Auf der Wortspielweise leben Sie Ihren Wortspieltrieb sehr gern in Schüttelreimen aus, Ihre Frau spricht sogar von lyrischer Parkinson-Krankheit. Schütteln Sie Schüttelreime einfach aus dem Ärmel?

Nur bei schweren Anfällen der oben erwähnten Krankheit.


Fällt Ihnen da spontan einer zum "Anzeiger" ein?

Ich habe da so eine Fußball-Assoziation bei Ihrer Titelfarbe Rot-Weiß:

Die Spieler 'ne müde Nummer kicken.
Ein die Fans vor Kummer nicken.


Och, da geht doch sicher noch was!

Ein Schüttelreim für joggingsüchtige Damen, in Mundart zu sprechen:

Wenn zu viel die Muddi rennt,
is sie bald ein Ruddiment.


Ihr Lieblingswort?

Im Moment: Rinderschwanzsuppe. Weil sich das so schön auf Kindertanzgruppe reimt.


Ergibt das dann auch einen Sinn?

Wenn nächstes Jahr ein Buch mit fröhlichen Kindergedichten erscheint, wird das vielleicht der Titel: "Rinderschwanzsuppe & Kindertanzgruppe".


Welches Wort kommt nie über Ihre Lippen?

Sag niemals nie. Ein Kabarettist darf alles sagen.


Funktionieren vertonte Buchstaben besser, weil ja mit Musik alles besser geht?

Vor allem mit Björn Sauers Musik, seinen flinken Pianistenfingern und seinen frechen Texten. Wenn er so weitermacht, kriegt er in 50 Jahren auch den Literaturnobelpreis.


Termine:


"Die deutsche Sprache ist ein Witz" - Buchstabenkabarett: 2.11. um 19.30 Uhr Mühlhausen, Bibliothek; 23.11. um 19.30 Uhr Gera, Bibliothek.
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