Luther – Gerechter und Sünder

In der Divi-Blasii-Kirche wurde am Freitag, 9. September 2016, eine Ausstellung eröffnet, die eine der Schattenseiten des Reformators Martin Luther zeigt.

Ihr Titel „Ertragen können wir sie nicht“ sei auf eine Aussage Luthers zurückzuführen, der behauptete, ein Herzanfall sei dadurch verursacht, dass die dort ansässigen Juden ihn auf einer Ortsdurchfahrt „kalt angeblasen“ hätten
Pfr. Teja Begrich als profunder Kenner der Auseinandersetzung erläuterte in seinem Vortrag, dass Luthers Judenhass nur aus der damaligen Lebenswelt zu erklären sei. Er habe über die Juden gesprochen und wohl kaum mit ihnen. Insofern stelle seine Meinung die eines Provinztheologen dar.
Im Rahmen des Jüdisch-Christlichen Dialogs stehe heute eine kritische Auseinandersetzung mit Luthers Judenhass auf der Tagesordnung. Besonderes Augenmerk richtete Pfr. Begrich auf einen Maßnahmekatalog Luthers, der u. a. die Forderung enthielt, den Juden ihr Hab und Gut wegzunehmen und zu verteilen sowie sie zu vertreiben.
Im historischen Hintergrund wird erklärt, dass die Juden einst im Gefolge der römischen Legionen nach Mitteleuropa kamen. Neben den zahlreichen Auseinandersetzungen, die oft mit Massenhinrichtungen endeten, gab es aber auch Versuche, die Juden zu schützen, z.B. durch Kaiser Friedrich II.
Eine sehenswerte Ausstellung für deren Besuch man genügend Zeit mitbringen sollte.
rv
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