Zweifache "Heyderkeit"

Jost Heyder brachte seinen Bach im Kofferraum von Arnstadt nach Eisenach.
Von Wolfgang Rewicki

EISENACH. Bilder von ­Johann Sebastian Bach gibt es jede Menge. Das bekannteste unter denen ist wohl jenes Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahre 1748, welches den 61-jährigen Thomaskantor mit einem ­Rätselkanon in der Hand zeigt. Das Original kann im Alten Rathaus zu Leipzig besichtigt werden.

Das Eisenacher Bachhaus besitzt ein weiteres originales Ölbild des Komponisten, der 1717 bis 1723 Hofkapellmeister in Köthen war. Johann Jakob Ihle hat es im Jahre 1720 gemalt.

Jetzt ist das Museum in der Geburtsstadt Bachs um ein Gemälde reicher. Diese Neuerwerbung mit dem Titel „Die Inspiration des Johann Sebastian“ stammt aus der Arnstädter Werkstatt des Malers Jost Heyder und ist unlängst fertig geworden, gerade noch rechtzeitig zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung ­„Luther und [Bachs] Musik“.

„He, wo kann man denn hier parken?“, ruft Heyder vorm Bachhaus aus dem Autofenster. Ich steige zu ihm und bringe ihn zu einem kostenlosen Parkpatz in der Nähe der Wandelhalle. Und siehe da, die gute Tat wird belohnt mit einem Schnappschuss außerhalb des Protokolls der Erstpräsentation im Bachhaus.

Heyder hat das 80 x 100 Zentimeter große Bild dabei, gut verpackt, aber ausgepackt wird es nicht hier im Freien. Das ist er seinem Auftraggeber schuldig. Der Maler zur Bach-Ikonographie: „Ich kenne alle diese Bilder, am besten allerdings gefällt mir persönlich das von Johann Ernst Rentsch dem Älteren im Angermuseum Erfurt. „Ich wollte Bach jedoch einmal ganz privat darstellen. Deswegen habe ich ihn auch ohne Perücke gemalt.“ Hat Jost Heyder beim Malen auch Bachmusik gehört? „Logisch, den ganzen Bach hoch und runter. Meistens Kantaten, Instrumentalkonzerte und die Kunst der Fuge.“ Gab es viele Entwürfe, Skizzen oder so etwas? „So sehr viele nicht, aber zuerst hatte ich das Bild hochformatig angelegt. Jetzt ist es ein Querformat geworden. So ist das manchmal.“

Heyders Lehrer, Professor Bernhard Heisig, hatte in mehreren Museen Hausverbot, weil der Leipziger gelegentlich an seinen Bildern weitermalte. So könne Heyder ja irgendwann auch noch mal eine Perücke auf seinen Bach malen. Heyder lacht nur und meint, er male dann doch lieber ein neues Bild. In der erwähnten Sonderausstellung ist übrigens auch noch ein zweiter Heyder zu sehen: „Der junge Luther als Mönch“ malte der Künstler im Auftrag der Wartburg-Sparkasse Ende 2011.
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