150 Jahre Feuerwehr in Schlotheim

Wann? 12.07.2014

Wo? feuerwehr, 99994 Schlotheim DE
LF S4000 vor dem Feuerwehrdepot am Hohgang, um 1965. Foto: FFW Schlotheim
 
Mannschaftsfoto der FFw Schlotheim Mitte der 60er Jahre. Foto: FFW Schlotheim
Schlotheim: feuerwehr | Feuerwehr feiert
150. Geburtstag
Wie in vielen anderen Städte
auch, so haben im Mittelalter
auch in der Seilerstadt Schlotheim
des öfteren Brände gewütet.
Eine riesige Feuersbrunst
vernichtete 1547 weite Teile der
Stadt. Die Abwehr solcher Unglücksfälle
war beschwerlich,
, es wurde mit Ledereimern,
die Eimerketten von Hand zu
Hand gingen, gelöscht. Die
ersten Feuerspritzen mussten
noch mit Muskelkraft betrieben
werden, andere Gerätschaften
wurden mit Pferdefuhrwerken
herbei gezogen. Später wurde
durch Feuerverordnungen die
Brandbekämpfung von Amts
wegen geregelt. Im Jahr 1864
wurde erstmals eine Feuerwehr
ins Leben gerufen, 1921 erfolgte
deren Neugründung. Die
erste Eintragung im Vereinsregister
ist für 1931 überliefert.
Nach der politischen Wende
erfolgte 1990 die Neugründung
des Vereins.
16-20 Uhr, Nachwuchsbands
aus der Region
21-22.30 Uhr, Konzert der
Band „Feierfeil“, anschl. Disco
Freitag, 11. Juli
Samstag, 12. Juli
13-18 Uhr, Familiennachmittag
für Groß und Klein, für die
musikalische Unterhaltung
sorgt das Duo
„Hoffmann & Alexander“
 Ausstellung historischer
und moderner Technik
 Vorführungen mit historischer
und moderner Technik
am Schloss und Ausstellung im
Schlosssaal
 Auftritt des Schlotheimer
Trommlerzuges und des Mühlhäuser
Pipes & Drums 2012
e.V.
20 Uhr, Konzert mit den
„Seilerstädter Musikanten“
150 Jahre Freiwillige Feuerwehr
Schlotheim
[am 11. und 12. Juli 2014]
Die feuerwehrtechnische
Ausrüstung bestand in der
vorindustriellen Zeit aus einfachen
Hilfsmitteln, wie Eimern,
Leitern oder Einreißhaken
mit denen Brände in
unserer Stadt bekämpft werden
konnten.
Die Hilfe im Brandfalle war
eine selbstverständliche
Pflicht der Bürger. Handwerker
eilten mit geeignetem
Gerät herbei.
Nachbarn, wenn das Feuer
nicht auf ihr Haus überzugreifen
drohte, kamen mit
Eimern und löschten. Herbeieilende
bildeten eine Kette
bis zur nächsten geeigneten
Wasserstelle. In kleinen
Gemeinschaften gab es wohl
keinen Regelungsbedarf, da
ein sich ausbreitendes Feuer
jeden Bürger bedrohte,
zumal die Fachwerkbauweise
vorherrschend war und
Häuser mit Schindeln und
Ried gedeckt waren. Sie
waren der Hauptgrund für
die schnelle Verbreitung der
Brände.
So am 17. April 1547
„Gleich auf dem Sonntag
Quasimodo Geniti des Jahres
1547 hatte Schlotheim
eine ungeheure Feuersbrunst
durchzumachen. Zwischen
9 - 10 Uhr vormittags
brach ein Feuer aus, das in
kurzer Zeit, solcher Gestalt
überhand nahm, daß dadurch
der ganze Flecken,
samt der Kirchen, Schloß
und Rath-Haus eingeäschert
wurde, bis etwa auf 3, oder,
wie andere melden, 5 Häuser,
so bey dem Maröder-
Thor stehen blieben.“
Nachrichten aus uns heute
erhaltener Feuerordnungen
und Vorschriften für die Arbeit
der Feuerwehr zeigen
die große Bedeutung
der
Brand verhütenden
Maßnahmen.
Um
die Zustände
zu verbessern,
dachten Räte
und Regierungen
schon früh
über eine Neuordnung
des
Feuerlöschwesens
nach.
Dennoch blieb
auch der Ledereimer
das
L ö s c h g e r ä t .
Deshalb war
die Anzahl der Löschgeräte
von Amts wegen streng vorgeschrieben
und wurde auch
kontrolliert.
Es wundert nicht, dass
Brandstifter damals sogar
zum Tode verurteilt wurden.
Selbst der Missbrauch des
Feuerrufes wurde bestraft.
es heißt im Zweiten erhaltenen
Stadtbuch von Schlotheim,
aus der Brauordnung
von 1605:
„Wenn zwei Bürger miteinander
brauen, so soll jeder
zwei Ledereimer (für den
Feuerschutz) bereithalten.
Wenn vier Bürger miteinander
brauen, so soll jeder
einen Ledereimer bereithalten.“
[Vier Eimer wurden wohl als
Minimum angesehen. Man
braute im Hause.
Die Braupfanne ging reihum.
Ein tüchtiges Feuer war
nötig, aber eben auch gefährlich.]
Für je zwei Eimer
konnte aber auch eine Spritze
angeschafft werden, verhältnismäßig
für vier Eimer
zwei Spritzen usw.
Das Stadtrecht Schlotheims
des ausgehenden 15. oder
beginnenden 16. Jahrhundert
zeichnet nur Rechtsgewohnheiten
auf, über die
nicht absolute Sicherheit
herrschte. So hat es auch
nur zwei Abschnitte, die zur
Feuervermeidung ermahnen.
Durch die Gräfliche Schwarzburg
- Rudolstädtische Regierung
wurde 1669 eine
Gemeine Feuer-Ordnung
erlassen.
Per Bürgereid war jeder zur
Hilfe im Feuerfalle verpflichtet.
Der Dienst an der Spritze
und das Zuarbeiten waren
durch die Feuerordnung
geregelt, die 1701 erweitert
neu aufgelegt wurde. Spätestens
zu diesem Zeitpunkt
ist auch damit zu rechnen,
dass die Regelungen befolgt
wurden.
Die Feuerordnungen waren
zum größten Teil aus
der Notwendigkeit heraus
entstanden, umfassende
Sicherheitsmaßnahmen zu
ergreifen.
Im Jahre 1699 findet sich in
den „Rechnungen, Einnahmen
/ Ausgaben, Steuern
(1695 – 1705) ein Eintrag:
„Einahme des unter Bürgermeisters
Jacob Golthann
thut an tag gelde in dießem
Jahr ...“ und dann: „Muß geben
von vorigem tag gelde
... 1 Groschen 3 Pfennige
Vor öhl zur Spritzen gegeben.“
-
Dass damit die Feuerspritze
gemeint sein muss, erweist
sich aus vielen weiteren Einträgen,
die unter anderen je
eine Feuersbrunst in Kirchheilingen
und Marolterode
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