Brauchen wir einen Frauentag?

Ute Lieske
Von Wolfgang Rewicki

Eisenach. Dass der 8. März der so genannte Frauentag ist, gibt, das wussten so ziemlich alle Befragten. Aber wenig mehr darüber. Doch ziemlich einhellig fanden es die Passanten, die sich zum Thema Frauentag äußerten, gut, dass es einen solchen Tag gibt.

Nun, Malcolm Crowson (52) schränkt ein: "Wichtiger ist doch der Muttertag. Mütter haben etwas geleistet. Aber ich werde am 8. März Kuchen kaufen. Wenn ich es nicht vergesse."

Ute Lieske (55), die Eisenacher Bürgermeisterin findet es schon wichtig, dass mit einem solchen Tag immer wieder die Leistungen auch der Frauen gewürdigt werden. "Schön ist zudem, dass es an diesem Tag Aufmerksamkeiten unter den Mitarbeitern gibt." Bekommt Ute Lieske am 8. März Geschenke vom Gatten? "Eher weniger?"

Yves Heim (34) findet beide Tage gleichermaßen wichtig, den Frauentag und den Muttertag. "Der Mutter zu danken, das ist ja eigentlich selbstverständlich, aber am Muttertag macht man es vielleicht besonders intensiv. Und am Frauentag die Frau, die Freundin zu beschenken, das ist doch eine liebevolle Geste."

"Frauentag ist prima", meint Annett Siedl (45). Den gibt's doch bestimmt seit eh und je. Und den Männertag gibt's ja schließlich auch. Mein Mann denkt immer daran, auch die Kollegen und manchmal gibt es sogar eine Rose beim Einkaufen oder im Fitness-Studio. Prima Sache!" Und was ist mit dem Muttertag? "Das ist genau so prima!"

So gut hat es Kathrin Pohlmann (39) nicht. Denn eine Aufmerksamkeit zum Frauentag von ihrem Partner - Fehlanzeige. Trotzdem freut sie sich über die "Einrichtung" eines Frauentages. Obwohl sie den Muttertag gleichwohl schätzt. Denn dass ihr ihre Kinder an diesem Tag etwas schenken, darauf kann sie sich verlassen.

Alfred Barth (69) hingegen ist sich sicher: er hat seiner Frau noch jedesmal am 8. März Blumen geschenkt. Und noch etwas Konfekt dazu. Muttertag? "Das ist auch 'ne feine Sache."

Summa summarum: Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ sein kann, der Tag wird geschätzt.

Übrigens:
- Es war die Deutsche Sozialistin Clara Zetkin(1857-1933), die während der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vorschlug.

- Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution wurde dann schließlich auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau auf Vorschlag der bulgarischen Delegation der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.

- Der 8. März ist unter anderem in Georgien, Laos, Madagaskar, in der Mongolei, in Nepal und in Zypern ein gesetzlicher Feiertag.
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1 Kommentar
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Tobias Schindegger aus Gotha | 07.03.2012 | 14:10  
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