Eine runde Sache

Georg Bratfisch

Georg Bratfisch aus Mühlhausen kennt die Geheimnisse des Gongs und teilt sie mit anderen Menschen



Von Wolfgang Rewicki

MÜHLHAUSEN. Ein Gong ist eine runde Sache. Logisch. Das sieht jeder mit nur einem Blick. Aber dass dieses schon sehr, sehr alte Musikinstrument mehr ist als nur ein Stück rundes Metall, dass man zum Klingen bringen kann, das weiß zum Beispiel der Yogalehrer Georg Bratfisch aus Mühlhausen.

Schon viele Jahre beschäftigt er sich mit dem wohl zuerst in Indien bezeugten Klangwerkzeug, das „uns einen Eindruck vom Klang des Urknalls vermitteln kann“. Diesen Klang erzeugt Georg Bratfisch jedoch nicht mit einzelnen wuchtigen Schlägen. Er bringt ihn mit vielen sanften schnellen Schlägen gleichsam zum Singen und dabei wird dann doch schon eine ziemliche Klangintensität erreicht.

„Wer den Gong so erlebt, fühlt sich wie von einer mächtigen heilenden Welle überrollt“, versucht Bratfisch den Eindruck mit passenden Worten zu beschreiben. „Ja, oft sind wir Menschen verstimmt, da kann so ein Klangerlebnis schon helfen, wieder die eigene Mitte zu finden“, ist der Physiotherapeut und Yogalehrer überzeugt. Mag es auch zunächst paradox erscheinen, von solch einem Klangteppich umgeben Ruhe zu finden zu wollen - es ist durchaus möglich.

„Wir sind ja auch schwingende Wesen“, meint Bratfisch, der sich selbst in Ausübung seines Berufes den Beinamen „Sat Atma Singh“ benutzt. „10.000 Tage braucht man, um den Gong richtig spielen zu lernen“, erklärt er, wobei klar sein dürfte, dass die Zahl eher gleichnishaft zu verstehen ist. Der Gong, den Georg Bratfisch vorwiegend einsetzt, ein Instrument von knapp einem Meter Durchmesser, besitzt mit 63,11 Hz einen Grundton im Bereich der tieferen Basstöne (zwischen H und C). Die Obertonreihe darüber ist demzufolge sehr umfangreich, was die Klangentfaltung ins beinahe Unendliche ermöglicht.

Vieles also bleibt geheimnisvoll. Aber da wir spätestens seit Antoine de Saint-Exupéry wissen, dass wir nur mit dem Herzen gut sehen können wir durchaus auch annehmen, dass wir auch nur mit dem Herzen gut hören können. Wenn wir es dem Klang öffnen.

www.yogahealing.de
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