Fauxpas abgehakt: Margit Eismann ist mit Leib und Seele Lehrerin und dazu sehr selbstbewusst

Margit Eismann
Von Wolfgang Rewicki

SEEBACH. Margit Eismann ist selbstbewusst genug, diesen Fauxpas "ihres" Kultusministers als erledigt abzuhaken. Denn als sie am 30. November 2011 zwischen 14 und 15.30 Uhr aus der Hand von Angela Merkel in Berlin den "Deutschen Lehrerpreis 2011" für ihr "herausragendes pädagogisches Engagement" entgegen nahm - und das als einzige Thüringer Lehrerin! - da war Christoph Matschies Statement schon längst durch: Um 11.35 Uhr wurde der Minister in einer E-Mail des Deutschen Philologenverbandes, des Verbandes also, der den Preis vergibt, wie folgt zitiert: "Die wichtigste Voraussetzung für eine bessere Schule sind engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Schüler für das Lernen begeistern können. Wie guter Unterricht aussehen kann, hat auch Frau Eismann gezeigt. Damit steht sie stellvertretend für viele andere Pädagogen, die Thüringen gemeinsam mit mir zum Bildungsland Nummer 1 machen wollen."

Jetzt ist das schon 100 Tage her. Nur leider hat er es bis heute nicht geschafft, die hoch geehrte Pädagogin von der Seebacher Regelschule "Johannes Dicel" persönlich zu besuchen. Oder mal nach Erfurt ins Ministerium einzuladen. Wenn man einmal davon absieht, dass er sich zwischendurch gelegentlich eines Termins in Wilhelmsthal kurzfristig telefonisch in Seebach anmelden ließ. Da hatte nun sie aber gerade keine Zeit.

"Schwamm drüber", meint Margit Eismann. Sie erzählt lieber ein bisschen darüber, warum sie von ihren Schülern so geschätzt wird, dass sie schließlich von ihnen für den Lehrerpreis vorgeschlagen wurde. Sich selbst beschreibt sie als streng aber fair und hilfsbereit. Da hat es ihr Laudator, der Regelschüler Peter, in Berlin schon deutlicher gesagt: "Sie ist nicht nur unser Libero, sondern auch liberal in den Wechselfällen unseres stressgeplagten Schülerlebens."

Dennoch: Margit Eismann relativiert: "Ich mache seit Jahren nur das, was viele andere auch tun." Lehrerin ist sie mit Leib und Seele, das steht fest. Warum sie Lehrerin geworden sei? "Kleine Mädchen wollen doch immer Lehrerin werden. Und ich wollte vor allem nie so fies werden wie es mein eigener Chemielehrer war."
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