Hut oder Mütze? Der Allgemeine Anzeiger offenbart die Vorlieben für Kopfbedeckungen einiger Zeitgenossen

Susi Schneider
  Der Winter ist passé und damit auch die Zeit, in der wir dick eingemummelt herumlaufen mussten. Die Wintermäntel können in die Reinigung gebracht werden und anschließend ganz hinten im Kleiderschrank verschwinden. Auch die Wintermützen haben jetzt ausgedient. Dennoch ist das Tragen von Mützen und Hüten ja nicht nur niedrigen Temperaturen geschuldet, Kopfbedeckungen sind auch kleidsam, und bei manchen Männern sind sie noch aus einem ganz anderen Grund beliebt.

Diese Fotoserie bringt es an den Tag: Hüte werden kaum getragen, Mützen sind klar in der Überzahl. Eine Mütze ist laut Definition eine weiche Kopfbedeckung, die aus Stoff, Wolle, Leder oder Fell bestehen kann und im Gegensatz zum Hut keine umlaufende Krempe besitzt.

Das weiß keine besser als Susi Schneider, die seit Jahren in Eisenach ein Atelier führt, in welchem vornehmlich Hüte und Mützen hergestellt werden. Die Frage Mütze oder Hut beantwortet sie ganz eindeutig: "Hüte verkaufe ich eher in großen Städten, wie in Potsdam oder Berlin." Gibt es eigentlich Leute, denen Mützen oder Hüte nicht stehen? "Eindeutig ja", meint die Expertin und fügt hinzu, dass sie in einem solchen Falle das der Kundin beziehungsweise dem Kunden auch offen sagt. "Ich will doch nicht, dass jemand mit ‘nem Hut von uns rumläuft, der gar nicht zu ihm passt."

Die meisten der Befragten sind Pragmatiker und tragen ihre Kopfbedeckung derzeit nur (noch) witterungsbedingt. Da mag "Toff" eine Ausnahme sein, denn er ist ein begeisteter Mützenträger. Besonders Uniformmützen haben es ihm angetan. Und hat "Toff" auch einen Hut? Klare Ansage: "Einen Tropenhelm. Aber dafür ist jetzt noch nicht die Zeit."

Wenn es um Militärische Kopfbedeckungen geht, dann dürfte Uwe Kindleb der richtige Ansprechpartner sein. Er besitzt allein etwa 200 Militärmützen. Kein Wunder, denn der Reichenbacher handelt mit Militaria aller Art. "Letztens hatte ich einen größeren Posten deutscher Polizeitschakos, die waren aber im Handumdrehen weg."

Rudi Hoffmann aus Wenigenlupnitz trägt wohl auch Mützen, mehr aber Hüte der Art, die man als Traveller oder Trilby kennt. Immerhin besitzt er vier Stück davon.

Bis vier kann Finn-Lennox Reinhold (1,5 Jahre) aus Bad Langensalza wohl kaum schon zählen. Dafür hat er aber eine wirklich schicke Mütze auf. Papa hat ihm da einen echten Hingucker "übergestülpt".

Hans-Georg Kessler, ebenfalls aus Bad Langensalza trägt meistens Mützen. In der Kleinstadt Hüte tragen? "Bad Langensalza ist zu klein, da würde ich mit Hut gar zu sehr auffallen."

In der Kurstadt ist Uwe Holland nur mittwochs anzutreffen. Er ist ein bekennender Mützenträger und besitzt mehrere davon. Obwohl er eigentlich eine Kochmütze tragen müsste, der Suppenkoch mit der Feldküche.

Ilona Parzyk aus Effelder trägt nur handgestrickte Wollmützen. Der Ort im Obereichsfeld liegt immerhin 470 Meter über dem Meeresspiegel. Da sollte man nicht zu früh barhäuptig herumlaufen.

Hut oder Mütze, ist die Frage? Letztere hat zurzeit noch Platz eins inne. Vielleicht aber wendet sich alsbald das Blatt. Spätestens dann, wenn die Zeit der Strohhüte anbricht.
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