Reduziert auf das Wesentliche

Sandra Butscheike auf einer Huskytour in der Nähe von Jokkmokk in schwedisch Lappland. (Foto: Steffen Mender)

Zwei Globetrotter erzählen, worum es ihnen eigentlich geht

Von Wolfgang Rewicki

MÜHLHAUSEN. Sandra Butscheike und Steffen Mender leben nicht nur seit zwölf
Jahren als Paar zusammen, die beiden verreisen auch leidenschaftlich gern und das am liebsten gemeinsam. Die beiden Waltershäuser Globetrotter reisen nicht nur um die ganze Welt, meist zu den entlegensten Orten, sie lassen ihre Mitmenschen später auch daran teilhaben. Während der Multivisionsshows, die die beiden nach ihren Reisen veranstalten. Hier geht es oftin die wirkliche Einsamkeit. „Warum eigentlich?“

Warum reisen Sie in diese unwirtlichen Gegenden?
In Deutschland ist das Leben sehr hektisch, sehr viele Menschen auf engem Raum, zu viel Verkehr und zu viel Informationsflut. Als unwirtliche Gegenden würden wir unsere Reiseziele nicht bezeichnen, wir empfinden die bisher bereisten Teile der Erde eher als einsam und ursprünglich. In einigen Regionen waren wir tagelang unterwegs ohne nur einer Menschenseele begegnet zu sein. Gerade in dieser Stille und Einsamkeit finden wir so zu uns selbst. Hier reduziert sich das Leben auf das wirklich Wichtige.


Welche Sprachen nutzen Sie zur Verständigung? Und welche beherrschen Sie alltagstauglich?
Wir sprechen Englisch und Spanisch alltagstauglich. Ein wenig Russisch und Französisch ist aus der Schulzeit vorhanden. Wenn gar nichts mehr weiterhilft, können wir uns mit Händen und Füßen verständigen. Das funktioniert überall auf der Welt.

Treffen Sie unterwegs auch oft auf andere Globetrotter?
Natürlich trafen wir sehr häufig auf andere Globetrotter aus aller Welt. Diese Zusammentreffen sind immer wieder interessant, da wir hier auch Tipps für die weitere Reise bekommen, die wir sonst in keinem Reiseführer finden würden. Bedauerlicherweise müssen wir in den letzten Jahren aber feststellen, dass viele Reisende einfach nur noch durch die Gegend hetzen, um anschließend sagen zu können „Ich war dort“. Sie scheinen sich mehr mit ihrem Smartphone auseinander zu setzen, als mit der Kultur und Schönheit der Reiseländer.

Was war die Initialzündung?
Auf unserer Reise 2004 nach Ecuador haben wir uns mit einem Reisevirus infiziert. Von den fremden Kulturen und den Landschaften waren wir so fasziniert, dass wir einfach einmal länger und intensiver in sie eintauchen wollten. Das haben wir dann 2006 auch getan. Mit einem World Around
Ticket in der Tasche waren wir sechs Monate in Südamerika, Neuseeland, Thailand und Nepal unterwegs. 2009 sind wir für unbefristete Zeit nach Argentinien und Chile aufgebrochen. Anschließend haben wir uns entschlossen,
unsere Erlebnisse mit Reiselustigen in Form von Multivisionsshows zu teilen. Zu unserer großen Freude wurde das erste Projekt von Globetrotter Deutschland mit einer Globevision ausgezeichnet, die jährlich an die besten drei
Referenten verliehen wird. Dies hat uns bestärkt, unsere Reisen nach Skandinavien ebenfalls in einem Reisevortrag zu präsentieren.

Wohin wollen Sie auf gar keinen Fall reisen?
Sicherlich gibt es überall etwas Interessantes zu entdecken. Daher würden wir
von vornherein kein Land ausschließen. Allerdings meiden wir politisch instabile
Regionen.

Was halten Sie von: „Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah?“
Auch Deutschland hat sehr viel Schönes zu bieten, landschaftlich als auch kulturell. Deshalb wandern und fotografieren wir auch gern vor der eigenen Haustür. Allerdings wird es hier schwer, absolute Stille und Unberührtheit zu finden. Selbst im Thüringer Wald findet sich kaum ein Platz, an dem man nicht ine Straße oder ein Flugzeug hört. Norwegen und Schweden sind für uns ja auch
nicht so weit entfernt und zu dem noch mit dem eigenen Auto erreichbar. Hier gibt es noch unberührte Natur, absolute Stille und grandiose Landschaften.

Welches ist Ihr (noch unerreichtes) Traumziel?
Ganz klar: die Antarktis.

Multivisionsshow „Norwegen & Schweden“
30. Januar, Bad Langensalza, Kultur- & Kongresszentrum
31. Januar, Mühlhausen, Puschkinhaus
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