Thüringer Züchter stellt Wachtel in den Dienst der Wissenschaft

Wachtel­züchter Jeffrey Krüger aus Altengottern studiert in Halle Agrar­wissen­schaften, Spezialgebiet Tierzucht. Der 22-Jährige verbindet das Studium mit seinem Hobby. Für die Bachelorarbeit erforscht er die Lege- und Mastleistung von Japanischen Wachteln. Dafür hat er sich drei Zuchtstämme aufgebaut.
Altengottern: Wachtelzucht |

Japanische Legewachteln sind frühreif und produktiv, ihre Eier eine Delikatesse. Zudem begnügen sich die kleinsten Hühnervogel Europas mit sehr wenig Platz. Das macht sie auch bei Thüringer Züchtern immer beliebter. Jeffrey Krüger aus Altengottern erforscht ihre Leistung für sein Masterstudium.


Wachtel-Tarnung

Rund dreieinhalb Zentimeter klein und zwölf Gramm leicht ist das Ei, mit dem die Wachtel punktet. Im wahrsten Sinne des ­Wortes. Kein anderes Ei ist von Natur aus so hübsch gezeichnet. Nicht etwa, um den Osterstrauß der Menschen dekorativ zu ­schmücken. Vielmehr zum eigenen Schutz. Der kleine Hühner­vögel brütet am Boden. Genau hier bewirken die Flecken und Sprenkel einen Tarneffekt. Die Musterung lässt die Ei-Konturen mit dem Hintergrund verschwimmen. Ein Prinzip, das sich sogar das Militär aus dem Tierreich abgeguckt hat für seine Flecktarn-Uniformen.


300 Eier pro Jahr

Wenn Jeffrey Krüger Eier für die Zucht auswählt, spielt das Muster aber keine Rolle. Der 22-jährige Student aus Altengottern achtet darauf, dass Form und äußere Beschaffenheit der Norm entsprechen. Schließlich züchtet er für die Wissenschaft. Für seine Bachelor­arbeit im Bereich Tierzucht will er nicht nur Bücher wälzen, sondern selbst etwas erforschen. Die Japanische Legewachtel erscheint ihm dafür perfekt: „Sie braucht wenig Platz, fühlt sich schon in einer geräumigen Voliere wohl und legt fleißig Eier.“ Bei gutem, eiweißreichen Futter und mindestens 14 Stunden Licht am Tag schafft eine Henne bis zu 300 Stück im Jahr. Dem Licht hilft der junge Züchter im Winter mit LED-Lämpchen nach. Die Temperatur, sagt er, spielt dagegen keine Rolle. „Selbst Frost trübt die Legelust der Hennen nicht.“

Exakt 37,8 Grad

334 Wachteleier hat Jeffrey Krüger derzeit ganz genau im Blick, verteilt auf drei Brutkästen, die in seinem Zimmer stehen. Bei exakt 37,8 Grad wächst in ihnen neues Leben heran. „Nach 17 Tagen beginnen die Küken, sich aus dem Ei herauszupicken“, kann er es kaum erwarten. Wärmendes Rotlicht wird den Winzlingen, die so groß sind wie ein Zwei-Euro-Stück, dann den Start erleichtern. Die Bruteier entstammen drei Zuchtstämmen, die er selbst aufgebaut hat für den wissenschaftlichen Vergleich. Dokumentieren will er den Leistungsunterschied von Lege- und Mastwachteln. Eine Legewachtel wiegt etwa 300, eine Fleischwachtel 500 Gramm. Eines ist beiden gemeinsam: Bereits im Alter von nur sechs bis acht ­Wochen haben sie die Pubertät hinter sich und beginnen mit dem Eierlegen.

Royale Fans

Eier, die etwa nur ein Fünftel so groß sind wie ein Hühnerei und die man gern zu besonderen Anlässen serviert. Die Delikatesse hat sogar ­royale Fans. Zum Hochzeitsempfang von Prinz William und seiner Kate gab es Wachteleier mit Selleriesalz.


Der Wachtelhahn kräht
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige