Das war keine Selbstverteidigung

Von Carola Mühlner MÜHLHAUSEN. Nach einer Kirmesauseinandersetzung im Jahre 2009 hatte das Amtsgericht in Mühlhausen einem Kläger die von ihm geforderten 1.500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Der beklagte Jugendliche hatte bereits 500 Euro an das Opfer gezahlt und muss nun auch noch den Differenzbetrag überweisen. Der zuständige Zivilrichter Uwe Gödicke verneinte eine vom Beklagten behauptete Selbstverteidigungssituation und einer vorausgegangen Bedrohung durch den Kläger bei der Mühlhäuser Stadtkirmes 2009. Er habe immerhin fünf Begleiter gehabt, die ihm aus einer etwaigen Zwickmühle hätten helfen können. Mit denen hätte er schließlich das Weite suchen, also einfach abhauen können.

Der Richter ging im Urteil von einer Attacke des Beklagten aus und entsprach der Klage des Geschädigten in vollem Umfang. Er sah es als erwiesen an, dass der Beklagte in jener Septembernacht mit der Faust auf den anderen eingeschlagen hat. Den Kläger hat es voll im Gesicht erwischt. Und er hatte daraufhin einen abgebrochenen Schneidezahn und eine Einblutung am linken Auge zu beklagen. Diese resultierte aus einer Platzwunde mit einer Gefäßverletzung und musste mit einem Tape versorgt werden.

Der beklagte Heranwachsende hatte sich bereits lange vor dem Zivilverfahren vorm Strafrichter verantworten müssen. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung war er bereits 2010 vom Amtsgericht Mühlhausen zu einer Auflage nach dem Jugendstrafrecht zu 70 Arbeitsstunden verurteilt worden.

Dem Kläger reichten die bereits gezahlten 500 Euro nicht. Diese stellten aber ein Teilanerkenntnis dar. Auch der zuständige Zivilrichter sah die Klageforderung als angemessen an. In einem vergleichbaren Fall hat ein Kläger vor dem Amtsgericht Mühlhausen 1000 Euro für einen Schlag aufs Jochbein zugesprochen bekommen.
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