Hinterhaus abgerissen

Der hintere Gebäudeteil des Mühlhäuser Amtsgerichtes existiert nicht mehr. (Foto: Claudia Götze)
Mühlhausen/Thüringen: Amtsgericht |

Arbeiten am Mühlhäuser Amtsgericht laufen planmäßig


Von Claudia Götze

MÜHLHAUSEN. Auf der derzeit größten Mühlhäuser Baustelle am Untermarkt ist ein erster Bauabschnitt abgeschlossen: Das in den 30er-Jahren angebaute Hinterhaus des Amtsgerichtes ist vollständig abgerissen worden. Der legendäre Saal 35 ist verschwunden.

Um die Arbeiten überhaupt erst möglich zu machen, war die Hofeinfahrt am vorderen Gebäude vergrößert worden. Das Hinterhaus bestand jedoch aus viel Beton, was den Abriss erschwerte. „Trotz winterlicher Temperaturen hat es keinerlei Verzögerungen gegeben“, sagt Amtsgerichtdirektor Ralf Wilms. „Wir liegen im Zeitplan und gehen immer noch von einer Fertigstellung im September 2015 aus.“ Die Planung sah Mitte April als Abrissende vor.

Seit Februar läuft nach Ministeriumsangaben die Ausschreibung für den Rohbau des neuen Anbaus, in dem vier Verhandlungssäle eingerichtet werden. Baubeginn ist für den Juli geplant. Ab Dezember soll das unter Denkmalschutz stehende einstige Doppelgebäude weiter saniert werden. Acht Millionen Euro sind für das gesamte Vorhaben vorgesehen. Aus bautechnischen Gründen verzichten die Verantwortlichen aber auf einen Glasbau als Verbindung zwischen altem und neuen Gebäudeteil.
Unterdessen haben sich alle Mitarbeiter im Ausweichobjekt in der Sondershäuser Landstraße 29c, direkt neben der Görmer-Kaserne, eingelebt. Die befürchtete Parkplatzsuche blieb aus. Zudem arbeiten alle in größeren und helleren Arbeitszimmern als bisher. Der Sanitärbereich ist ebenfalls moderner als im Stammhaus und auch die Arbeitsbedinungen für die Wachtmeister haben sich verbessert. Das Gebäude ist barrierefrei und im Eingangsbereich ist bereits eine Sicherheitsschleuse installiert, die auf ihre Feuertaufe wartet.

Drei der vier Verhandlungssäle erhalten noch eine bessere Schallisolierung, denn Anwälte hatten moniert, dass man auf dem Flur Gesprächsinhalte aus dem Verhandlungsraum verstehen könne. Wenn möglich sollen in den betroffenen Räumen die Decken angehoben werden.

Für die Anwälte der Re­gion ist das Ausweichobjekt allerdings mit zusätzlichen Fahrwegen verbunden. Als Lösung einen Briefkasten am Landgericht zu installieren, ist laut Landgerichtspräsident Norbert Hükelheim aber nicht möglich. „Wer soll den Anwälten dann die Einhaltung der Frist bestätigen?“, fragt er im Gegenzug.
Dass das Ausweichobjekt von Zeugen oder Angeklagten nicht gefunden wird, kommt immer mal wieder vor. Manchmal wird beispielsweise auch nach dem Familiengericht gefragt: Das befindet sich aber in der Thomas-Müntzer-Straße 27.
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