Im Rausch die Tür verwechselt – 450 Euro Strafe für 61-Jährigen

Mühlhausen/Thüringen: Amtsgericht | Weil er im November 2010 betrunken in die Wohnung seiner damaligen Freundin in Mühlhausen gewaltsam eindrang und die Wohnungstür beschädigte, ist ein 61-Jähriger wegen Sachbeschädigung vom Amtsgericht Mühlhausen zu 450 Euro Strafe verurteilt worden. Der Verurteilte hatte in der Beweisaufnahme erklärt, die Wohnungstür verwechselt und zu seiner ebenfalls im Haus wohnenden Schwester gewollt zu haben. Er beschädigte aber die Tür seiner damaligen Freundin, die gar nicht zu Hause war. Wegen des Lärms im Hausflur hatte eine Nachbarin die Polizei gerufen, die den späteren Angeklagten schlafend auf der Couch vorfand. Er sei alkoholisiert gewesen, nannte ihnen seinen Namen. Daraufhin konnte seine Identität festgestellt werden. Die Wohnungsinhaberin, bis zum Tattag wohl auch die Freundin des Angeklagten, will später festgestellt haben, dass 250 Euro fehlten. Diese habe sie auf den Tisch im Wohnzimmer gelegt. Die Polizistin, die die Anzeige der Geschädigten entgegen nahm, hatte sich auch bei der Wohnungsgesellschaft erkundigt. An die hatte sich die Mieterin wegen der eingetretenen Tür gewendet, dort aber nichts von einem Gelddiebstahl erzählt. Sie habe insgesamt 300 Euro. 50 Euro habe sie für einen Einkauf gebraucht - der Rest sei in der Wohnung geblieben. Da die Wohnung weder durchsucht noch unordentlich war, kamen Zweifel an der Version der Geschädigten auf. Der Vorwurf des Einbruchsdiebstahls war auch deshalb fallengelassen worden, weil beim Angeklagten das angeblich gestohlene Geld nicht gefunden worden war und die geschädigte Zeugin sich bei ihrer Aussage in Widersprüche verwickelt hatte. Stattdessen hätte der Angeklagte wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung verurteilt werden können. Doch für den Hausfriedensbruch war kein Strafantrag gestellt worden. Das bedeutet, dass der Angeklagte dafür auch nicht bestraft werden konnte. Die Staatsanwältin forderte eine Strafe von 900 Euro. Der Strafrichter blieb unter diesem Antrag. "Nur mit Schlüssel darf man so eine Wohnung betreten", so Richter Thomas Linß in der Urteilsbegründung. Beim Strafmaß habe er berücksichtigt, dass der Mann auch den Schaden von 200 Euro wieder gutmachen müsse. Das Urteil ist rechtskräftig.
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