Landrat diskutiert mit Behördenleitern über Kreisgebietsreform

(Foto: Landratsamt Unstrut-Hainich)
MÜHLHAUSEN. Regelmäßig treffen sich Leiter von Behörden und Institutionen, wie der Nationalparkverwaltung, Bundeswehr, Polizei, Landgericht, Amtsgericht, Kreditinstitutionen, Tourismusverband, Gemeinde- und Städtebund, Kirchen, Jobservice und andere, zu einem gemeinsamen Stammtisch. Beim letzten Behördenstammtisch im Ständesaal der Kreisverwaltung unterbreitete Landrat Harald Zanker seine Überlegungen zu einer möglichen Kreisgebietsreform.

Bislang gäbe es zwar keine Nachweise dafür, dass Kreisgebietsreformen tatsächlich zu Einsparungen führen, dennoch scheint die Landesregierung nicht von ihren Plänen abrücken zu wollen, die Anzahl der Kreis in den nächsten Jahren drastisch zu reduzieren. Landrat Harald Zanker plädiert in dem Fall dafür, die Bürger in die Meinungsfindung einzubeziehen. Da es auch in den Verwaltungen immer schwerer werde, für bestimmte Aufgaben Fachleute zu finden, habe eine Kreisreduzierung natürlich auch eine Berechtigung. Um bürgerfreundlich zu bleiben, seien jedoch bei Großkreisen Außenstellen für bestimmte Leistungen unumgänglich. In seinen Überlegungen habe er unter anderem geologisch Grenzen, traditionelle Verbindungen und Konfessionen, Verkehradern, landwirtschaftliche Räume, Tourismusregionen, Verkaufsverhalten, Rettungsdienste und Feuerwehren sowie Schulbezirke einbezogen.

In seinem Vortrag präsentierte der Landrat unterschiedliche Karten, die Straßen und Autobahnen sowie Verkehrsströme und ÖPNV-Linien zeigten. Versorgungsbereiche des Rettungsdienstes, Schuleinzugsgebiete, landwirtschaftliche Nutzflächen und Tourismusregionen wurden ebenfalls grafisch dargestellt, um den Zuhörern zu erklären, weshalb er, sollte es zu einer Kreisgebietsreform kommen, eine im Norden, Osten und Süden erweiterte Variante des bisherigen Unstrut-Hainich-Kreises favorisiere. Der künftige Kreis sollte sich im Norden an Hainleite und Dün orientierten, im Westen bis zum Andislebener Kreuz verlaufen und im Süden oberhalb von Gotha, unter Einschluss der Stadt Eisenach, begrenzt werden.

Nach der Präsentation meldeten sich einige interessierte Zuhörer zu Wort. Oberstaatsanwalt Harko Krieg und Amtsgerichtsdirektor Ralf Wilms gaben beispielsweise zu bedenken, dass es festgelegte Land- und Amtsgerichtsbezirke gibt, die bei diesem Vorschlag noch nicht berücksichtigt seien. Dein Einbeziehung der Stadt Eisenach sei jedoch ein interessante Perspektive. Einige Vertreter baten darum, diese Überlegungen auch in anderen Gremien, etwa mit Vertretern der Wirtschaft und des regionalen Handwerks, vorzustellen.

In dem Zusammenhang erinnerte Oberstaatsanwalt Harko Krieg daran, dass Landgericht und Amtsgericht im September ihr 20jähriges Bestehen feiern. Dazu wird es verschiedene Veranstaltungen und vom 5. bis 19.9.2013 eine interessante Ausstellung in der Divi Blasii Kirche geben.

Einem Vorstoß von Landrat Harald Zanker, gemeinsam für Organ- und Blutspenden zu werben, stimmen die Anwesenden zu. Da es immer weniger Erstspender gäbe, sei es heute wichtiger denn je, eigene Mitarbeiter und Partner zu motivieren, an Blutspendeterminen teilzunehmen. Dem Thema Organspende dürfe man sich ebenso wenig verschließen. So sollen künftig auch in den Fachdiensten des Landratsamtes Papiere für einen Organspendeausweis erhältlich sein.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige