Lesevergnügen für Groß und Klein: Der in Mühlhausen geborene Kultusminister überzeugte als Vorlesetalent

Christoph Matschie überzeugte in der Mühlhäuser Stadtbibliothek als talentierter Vorleser.
Von Wolfgang Rewicki

MÜHLHAUSEN. „Vorlesen, ja vorlesen“, riefen die Erstklässler aus der Nikolaischule dem Manne zu, der gerade eben Peter Rink, dem Leiter der Mühlhäuser Stadtbibliothek, einen Scheck in Höhe von 3.000 Euro übergeben hatte und in die Runde fragte, wie es nun weiter ginge mit dem Protokoll. So blieb denn dem Thüringer Kultusminister Christoph Matschie nichts anderes übrig, als im Kreise der Kinder Platz zu nehmen und „Die Geschichte vom Löwen, der nicht lesen konnte“ vorzulesen. Welche die Kleinen gespannt, ja geradezu gebannt folgten.

Die 3.000 Euro kann die Stadtbibliothek in der alten Jakobikirche gut gebrauchen. Bezahlt werden mit diesem Geld, das aus so genannten Lottomitteln stammt, sieben Medienboxen, gefüllt mit Büchern und anderen Medien zu bestimmten Themen, sowie zwei lustig aussehende Sitzkissenraupen. All dies ist für die weitere Ausstattung der Kinder-Literatur-Abteilung der wohl schönsten und auch ungewöhnlichsten Stadtbibliothek in Thüringen bestimmt.

Peter Rink und seine fünf Mitarbeiterinnen haben mit der Ausleihe ihrer etwa 65.000 Bücher alle Hände voll zu tun. Und dann gibt es noch die 15.000 so genannten Neues Medien, das sind vorwiegend CDs und DVDs. Denn immerhin wurde zum Beispiel im Jahre 2011 in der Stadtbibliothek 42.000 Besucher registriert. Unter denen befanden sich nicht wenige Touristen, die sich die umgenutzte Kirche anschauten. Besonders beliebt scheinen dabei die „archäologischen Fenster“ zu sein. Das sind in den Fußboden eingelassene und mit einem Spezialglas abgedeckte kleine Räume, in denen sich alte Bauteile der Kirche befinden. Es hat sich wohl eingebürgert, dass durch vorhandene Ritzen Geldstücke eingeworfen werden, ähnlich wie das andernorts bei Brunnen üblich ist. Nur sind es lauter Kupfermünzen, allein aus diesen Spenden könnte die Bibliothek nicht betrieben werden.

So kam die Spende aus Erfurt besonders gelegen, die Kinderabteilung des Hauses ist ja zugleich seine eigene Nachwuchsschmiede. Kinder sind die Leser der Zukunft. Denn die schon so oft totgesagten Printmedien werden weiter existieren, da doch nichts schöner ist, als ein Buch aufzuschlagen und sich darin zu versenken. So wie Christoph Matschie, übrigens ein geborener Mühlhäuser, der anschließend noch etwas aus „Liselotte sucht einen Schatz“ vorlesen musste. Was ihm aber sichtlich Freude machte.
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