Schamlose Trickbetrügerinnen: Vorweihnachtliche Spendenbereitschaft ausgenutzt und in die Geldbörse eines 85-Jährigen gegriffen

Von Carola Mühlner

MÜHLHAUSEN. Unlängst sind zwei Trickbetrügerinnen vom Amtsgericht Mühlhausen zu je 1.000 Euro Strafe verurteilt worden. Die 22 und 26 Jahre alten Frauen aus Rumänien hatten in einem so genannten beschleunigten Verfahren zugegeben, am Tag zuvor einen Mann in Mühlhausen um eine Spende für Behinderte gebeten zu haben. Als der Geschädigte zehn Euro übergab und auf einer Liste unterschrieb, wurde er von der älteren Angeschuldigten umarmt. Währenddessen griff die Mittäterin in die offene Geldbörse, die er noch in der linken Hand hielt. Es gelang dem Rentner, eine Täterin festzuhalten. Seine „Polizei“-Rufe wurden außerdem von zwei Anwohnern gehört.

Bis zum Eintreffen der Beamten gelang es dem Geschädigten und einem weiteren Zeugen, die Frauen festzuhalten. Laut ersten Ermittlungen werden sie von mehreren Staatsanwaltschaften wegen vergleichbarer Taten gesucht. Die beiden Frauen gaben an, in Frankfurt/Main in einem Zelt zu wohnen. Sie hatten 16 Euro bei sich, als sie festgenommen wurden. Das entwendete Geld, das von einer Täterin losgelassen worden war und wegflatterte , konnte wieder eingesammelt werden. Für Rüdiger Richel steht fest, dass die Angeklagten für Hintermänner tätig waren. Die Frauen gaben an, sich erst seit kurzem in Deutschland aufzuhalten und ihren Lebensunterhalt durch Betteln zu verdienen.

Im Prozess hatten sie den Vorwurf zunächst bestritten und sich erst später beim geschädigten Zeugen entschuldigt. Zuerst gaben sie an, dass das Geld des 85-Jährigen wegzuflattern drohte und sie es ihm quasi gesichert und zurückgegeben hätten. Dem widersprach der Zeuge. „Das war zu gemein“, sagte er in der Beweisaufnahme und demonstrierte anschaulich, wie er reingelegt worden war. Die Liste sei bereits voller Spendernamen gewesen. Die beiden Frauen sagten jedoch aus, sie hätten die Listen nur zum Schein mit Namen und Beträgen ausgefüllt. Sie wollten gerade in der Vorweihnachtszeit Spendenwilligen eigene Seriosität vorgaukeln. „Wehret den Anfängen“, hat Richter Richel ins Urteil geschrieben. „Wer sich etwas auf diese Weise erbettelt, der soll auch mit Geld zur Verantwortung gezogen werden.
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