Umtriebiger Jungunternehmer: Schüler aus Mühlhausen trickst gern mal Onlinehändler aus und landet nun erneut vorm Zivilrichter

Von Carola Mühlner

MÜHLHAUSEN. Im Alter von 15 Jahren Sammelbesteller und schon nur ein Jahr später, also mit 16, Vertriebsmanager – Für einen Schüler aus Mühlhausen endeten allerdings beide betrügerischen Aktivitäten vor dem Zivilrichter. Denn sowohl ein bekanntes Versandhaus als auch ein renommierter Elektronikfachhändler mussten den jungen Mann verklagen, um an ihr Geld zu kommen. Im Falle des Elektronikhändlers hatte er sich als Vertriebsmanager in die Kundendatei eintragen lassen und sich anscheinend gewundert, dass trotzdem eine Rechnung von 307 Euro fällig wurde. Eine Minimusikanlage und Kopfhörer sowie ein Uhrenradio und ein Projektor kosteten so viel.

Als die Klage ins Haus flatterte, schrieb er bemerkenswerte Zeilen ans Gericht: Er sei minderjährig und der Kaufvertrag sei nicht von seinen Eltern genehmigt worden. Für Zivilrichter Uwe Gödicke ein klarer Fall: „Es gibt ein Vertragsrecht, und es gibt Betrugsfälle“, zog er eine klare Linie im Prozess vor dem Amtsgericht Mühlhausen, der allerdings ohne den Beklagten stattfand. Denn der war nicht zur Verhandlung erschienen und musste nach dem ersten Versäumnisurteil im schriftlichen Verfahren ein weiteres im Einspruchsverfahren hinnehmen. Denn zu dem dafür anberaumten Termin erschien er nicht. Die Ladung war aber nachweislich an die Adresse seiner Mutter erfolgt.

Der beklagte Jugendliche war 16, als er sich gegenüber dem Elektronikanbieter als jemand anderes ausgab. Der Sachverhalt liegt zwei Jahre zurück. Inzwischen ist der junge Mann volljährig und hat seine Geschäftsfähigkeit erlangt.

Im Falle der Sammelbestellungen hatte er sogar Ratenkreditverträge vereinbart aber anscheinend nichts daraus gelernt und ein Jahr später wieder online getrickst. Dieses Mal gab es sogar eine Kontonummer für den Lastschrifteneinzug. Weil die aber nicht stimmte, gab es Ärger mit dem Versender, der seinen Kunden verklagte. Dem Gericht war der Name nicht unbekannt – weil die Bestellung unter falschen Vorzeichen nicht die erste Geschichte des Beklagten war.
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