Zwei Zeitschriften für 1,96 Euro geklaut - 300 Euro Strafe für Rentner, der bereits sechsfach vorbelastet ist

Mühlhausen/Thüringen: Landgericht Mühlhausen | Er wollte im Februar 2011 für sich und seine Ehefrau je eine Fernseh-Zeitschrift für 88 Cent kaufen und steckte sie sich dann in die Jackentasche. Weil er sie anschließend nicht bezahlte, wurde er vom Ladendetektiv eines Mühlhäuser Supermarktes angezeigt. Vor dem Amtsgericht Mühlhausen sprach der 65-Jährige von einem Versehen. „War nicht meine Absicht“, sagte der Angeklagte. Er habe die Zeitschriften eingesteckt, weil er die Brille wechseln wollte und keine Hand mehr frei hatte. Er brauchte die andere Brille, weil er einen Preisvergleich bei Obst und Gemüse machen wollte. Da habe er nicht mehr daran gedacht, dass er die Zeitschriften in der Innentasche hatte.

Vor Gericht gab er zu, bereits das 7. Mal beim Klauen erwischt worden zu sein. Zum Tatzeitpunkt stand er unter Bewährungsauflagen. Bisher ist unklar, ob die fünfmonatige Bewährungsstrafe widerrufen werden könnte. „Ich mache es nie wieder“, versprach er dem Strafrichter. Der hatte das aber schon beim letzten und vorletzten Mal gehört. „Das merkt man doch“, meinte Thomas Linß bezüglich der eingesteckten Zeitung. „Das ist doch sperrig“. Schließlich sei der Angeklagte doch sensibilisiert, weil er nicht das erste Mal erwischt worden sie.

Wenn das seine Enkel wüssten, dass der Opa klaut, sagte der Angeklagte unter Tränen aus. Seine Ehefrau sei auch schon fix und fertig. Er wollte noch einmal eine Geldstrafe von 200 Euro, antwortete er auf eine entspreche Frage des Richters. Diesen Wunsch konnte ihm der Strafrichter nur teilweise erfüllen. Die Staatanwältin hatte sogar 450 Euro Strafe gefordert. Der Diebstahl kam ihm teuer zu stehen: Zusätzlich zur Geldstrafe von 300 Euro musste er 50 Euro Fangprämie und weitere 39 Euro Geschäftsgebühr an einen Anwalt bezahlen, der den Sachverhalt bearbeitete hatte. "Beim nächsten Mal gibt es eine Freiheitsstrafe. Sie gehen nicht mehr allein einkaufen", riet ihm Strafrichter Thomas Linß in der Urteilsbegründung.
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