Fahrspaß unter Strom Im Elektroauto rund um Mühlhausen – der mobile Fortschritt erobert den Alltag

Was denn, keine Zündkerzen, kein Vergaser, keine Lichtmaschine, keine Getriebe, keine Kupplung, keine Ölwanne, keine Benzinpumpe? Was soll denn da eigentlich noch kaputt gehen?
Leute, die, wenn es ums Autofahren geht, den Klang aufheulender Motoren für unverzichtbar halten, können die Lektüre hier getrost abbrechen. Oder sollten vielleicht doch weiterlesen, denn der Mensch an sich, also auch der Automobilist, ist doch, wie die Evolution beweist, ein durchaus lernfähiges Wesen.
So werden wir uns also daran gewöhnen müssen, dass es vor dem Neukauf eines Autos künftig nicht mehr nur heißen wird „Benziner oder Diesel?“, sondern auch solche mit Elektroantrieb in Betracht kommen können. Denn es gibt auf dem Markt mittlerweile durchaus schon serienreife und vor allem auch für Otto Normalverbraucher erschwingliche Modelle.

Ein solches Modell, einen Renault Kangoo Z.E. (wobei Z.E. für „zero emission“, also „null Emission“ steht), stellte jüngst das Autohaus Hermann in Mühlhausen vor und lud auch zur Probefahrt ein. Nun gut, etliche der anwesenden Berufsschüler fanden das Elektroauto zwar „ganz interessant“, aber doch schon ein wenig uncool. Aber da liegen sie eigentlich völlig daneben, das Auto ist einhundertprozentig cool. Denn verbrannt wird ja nichts, weshalb übrigens auch kein Auspuff vonnöten ist. Vielleicht empfanden sie aber gerade das als Makel...

Um die Hauptsache vorweg zu nehmen: Der Kangoo Z.E. fährt sich wie ein ganz normales, besser gesagt, wie ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor. Vorausgesetzt, man ist schon mal in einem mit Automatikschaltung gefahren. Die 33 Kilometer lange Teststrecke (Mühlhausen, Oberdorla, Heyrode, Diedorf, Eigenrieden, Mühlhausen) war zwar nicht sonderlich herausfordernd, aber bestens geeignet, die Alltagstauglichkeit des Gefährts unter Beweis zu stellen. Ein wenig irritierend ist das Starten, denn der Motor gibt keinerlei im Innenraum wahrnehmbare Geräusche von sich. Auch beim Anfahren nicht. Erst ab etwa Tempo 50 nimmt man Rollgeräusche und die des Luftwiderstands wahr. Der Testwagen – wie gesagt, ein Serienfahrzeug, das übrigens bereits seit 18. November im Verkauf ist – beschleunigt ganz normal und auch beim Überholen zieht der Motor ordentlich durch. Das Drehmoment von maximal 226 Nm macht‘s möglich. Klar, der 60 PS starke Motor würde den Berufsschülern nun auch wieder nur ein müdes Lächeln abgewinnen, für den Alltag jedoch ist der jedoch völlig ausreichend. Außer für jene, die partout mit einem Jeep zum Einkaufen fahren müssen.

Seine Fahrgewohnheiten musste der Autor, der ja kein professioneller Testfahrer ist und ansonsten einen 75 PS starken Diesel täglich vorwiegend über Landstraßen bewegt, jedenfalls nicht ändern. Fazit: Der Kangoo Z.E. ist mit einer Reichweite von ca. 170 km ein völlig alltagstaugliches Auto. Nun muss nur noch die erforderliche Infrastuktur geschaffen werden, denn derzeit eine einzige öffentliche Ladestation zum Beispiel in Mühlhausen ist entschieden zu wenig. Dennoch: E-Mobile werden sich wohl durchsetzen. Und dazu hoffentlich auch viele Ladestationen, an denen „grüner Strom“ gezapft werden kann.

Apropos: Wer auf Motorengeheul nicht verzichten möchte, kann ja beim Fahren eine entsprechende Sound-CD einlegen und diese völlig nebengeräuschsfrei hören.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige