Liebgewordene Traditionen: Besinnliches Gedanken zum Weihnachsfest, das längst mehr ist als nur dieses

Silvia aus dem hessischen Röhrda im benachbarten Ringgau bietet ihre Weihnachtsbäume in Mühlhausen auf dem kleinen Blobach an, zum Beispiel für all jene, denen der Weg zur Weihnachtsbaumaktion in den Stadtwald zu weit war.
Analog zu Rainer Maria Rilkes Versen „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr..“ könnte man jetzt versucht sein, diese jahreszeitgemäß umzuschreiben. Etwa so: „Wer jetzt kein‘ Baum hat, braucht auch keinen mehr.“

Ja, es soll sie geben, die Zeitgenossen, die dem Weihnachtsfeste so gar nichts abgewinnen können. Die aktuelle Umfrage „Was ist Ihnen an Weihnachten besonders wichtig?“ auf www.meinAnzeiger.de belegt: 16 Prozent der Befragten meinen, dass ihnen nichts an dem Fest wichtig sei. Das sind zufälliger- oder vielleicht auch bezeichnenderweise ebensoviele wie jene, denen „christliche Gedanken“ besonders wichtig seien. Die anderen votierten in einer unverbindlichen Grauzone zwischen Geschenken, Familie, Weihnachtsbaum, Weihnachtsessen, Schlittenfahren und dem Vorzug freier Tage.

Da hätten sie auch gleich den Punkt „nichts“ antippen können, denn mit der eigentlichen Weihnachsbotschaft hat das ja wohl alles herzlich wenig zu tun. Landrat Harald Zanker übrigens erhebt in seinem Grußwort zu den Weihnachtsfeiertagen, welches er der Presse übermitteln ließ, das christliche Fest sogar zum „wichtigsten Familienfest des Jahres“ und zwar umgehend „für Christen und Atheisten gleichermaßen“.

Da stellt sich nun aber doch die Frage „Was haben Atheisten eigentlich mit dem Weihnachtsfest zu schaffen?“ Ganz einfach: Soviel wie beispielsweise mit dem islamischen Fastenbrechen oder dem jüdischen Laubhüttenfest. Also gar nichts.
Es sei denn, sie deuten das anscheinend unverzichtbare Fest als einen Event, der mit viel Kommerz, massiver Gefühlsduselei und allerhand Schnickschnack gefeiert – die bunte Mischung wird dann kurzerhand Tradition genannt – willkommene Abwechslung in den Alltagstrott bringt.

Nun also, wenn sich Familien zusammenfinden, Freunde sich treffen und Geschenke Freude bereiten, dann ist das ja gut. Und so gesehen sollte es viel öfter Gelegenheiten geben, sich entspannt zu begegnen. Man muss das dann ja auch nicht Weihnachten nennen.
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